<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
    <link href="https://e-weinshop.com/service/news/?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" />
    <author>
        <name>e-weinshop</name>
    </author>
    <title>Blog / Atom Feed</title>
    <id>https://e-weinshop.com/service/news/?sRss=1</id>
    <updated>2026-05-18T13:49:20+02:00</updated>
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 20)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-20</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-20"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Wir sind bei Kevin Arnold auf dem Waterford Estate. In dieser Folge möchten wir die durch den Klimawandel bedingten Entwicklungstrends in den verschiedenen maritim geprägten Regionen der Welt herausarbeiten. Dabei beginnen wir mit Bordeaux, Napa und Stellenbosch
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Kevin Arnold, der Kellermeister vom  Waterford Estate.  
 
  &amp;nbsp;  
  &amp;nbsp;  
  HARRY STEPHAN  
  Dezember  
   Die Welt des Weins. Eine Fortsetzungsgeschichte.   
 &amp;nbsp; 
   The Jem (Episode 20)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Weinkeller Waterford Estate  
 
 Wir sind bei Kevin Arnold auf dem Waterford Estate. In dieser Folge möchten wir die durch den Klimawandel bedingten Entwicklungstrends in den verschiedenen maritim geprägten Regionen der Welt herausarbeiten. Dabei beginnen wir mit Bordeaux, Napa und Stellenbosch. Außerdem probieren wir The Jem – eine meisterhafte Mischung der auf dem Waterford Estate angebauten Sorten.&amp;nbsp; 
 Wie bereits berichtet, hat das Syndicat in Bordeaux für 2019 vorgeschlagen, die Sorten Marselan, Touriga Nacional, Castets und Arinarnoa in die Appellation Bordeaux und Bordeaux Supérieur aufzunehmen. Was sind das für Sorten? Woher kommen sie und warum wurden sie vom Syndicat vorgeschlagen? Während der Vorbereitung einer der letzten Folgen über den Verschnitt italienischer Rebsorten erzählte man uns, dass ein Verschnitt aus Sangiovese, Pinot Noir und Nebbiolo in Italien nicht auf Akzeptanz stoßen würde. Das wäre, als würde man Religionen miteinander vermischen. Gilt das auch für Frankreich? Oder ist es vielleicht möglich, Sorten aus dem Rhônetal mit denen aus Bordeaux zu mischen? Die Antwort ist ein laut tönendes „Ja“, denn eine Auswertung der Liste ergab, dass Marselan eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Grenache ist. 
 
 
 
   
  Marselan-Trauben  
 
 Marselan wurde 1961 vom französischen Ampelographen Paul Truel am Institut National de las Recherche Agronomique (INRA) entwickelt. Die Rebsorte wurde zur Zulassung für den Handel eingereicht und 1990 in das offizielle Rebsortenregister eingetragen. Marselan bildet vorwiegend große Trauben mit kleinen, mittel- bis spätreifen Beeren. Marselan ist sehr widerstandsfähig gegen Botrytis und Odium und verbindet die Qualität des Cabernet Sauvignon mit der Farbe und Hitzetoleranz des Grenache. So entstehen farbintensive, hocharomatische Weine mit weichen, geschmeidigen Tanninen, die das Potenzial haben, zu altern.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Douro-Tal  
 
 Der Touriga Nacional stammt aus dem Douro-Tal auf der iberischen Halbinsel, wo die Hitze als „sengend“ beschrieben wird, aus Weinbergen, die sich wie Höhenzüge durch die Landschaft ziehen – manchmal auf Terrassen, die von handgebauten Steinmauern gesäumt sind, manchmal auf sogenannten patamares – Terrassen, die maschinell in die Erde geschlagen wurden. Touriga Nacional wird von vielen als die beste Sorte Portugals angesehen. Feste Tannine verleihen dem Wein Struktur und Körper und verbinden sich mit konzentrierten, intensiven und aromatischen Aromen von schwarzen Früchten.&amp;nbsp; 
 
  
  Region Okzitanien  
 
 Castets wurde historisch in der Region Aveyron angebaut. Diese Region ist nun Teil der Region Okzitanien, die 2016 nach langen öffentlichen Debatten formell gegründet und umbenannt wurde. Vielleicht kennen Sie das Gebiet noch unter seiner früheren Bezeichnung Lanquedoc-Roussillon –  ein Hinweis darauf, dass Castets eine weitere Sorte ist, die warmes Wetter verträgt . Castets, mit guter Resistenz gegen falschen Mehltau, bringt aus kleinen Beeren dunkelfarbige Weine mit niedrigem Säuregehalt hervor. Da es sich um Frankreich handelt, stellt sich natürlich die Frage der Herkunft der Traube. Gerüchten zufolge soll die Rebsorte tatsächlich in den Wäldern der Region Saint-Macaire in der Gironde gefunden worden sein, aber wir wollen dieser Sache nicht weiter nachgehen.&amp;nbsp; 
 Arinarnoa ist eine Kreuzung aus Tannat und Cabernet Sauvignon. Die Sorte wurde ebenfalls vom Institut National de las Recherche Agronomique (INRA) im Jahr 1956 entwickelt. Um den Arinarnoa zu verstehen, muss man zunächst den Tannat verstehen – eine Rebsorte, die möglicherweise aus dem Baskenland nach Madiran in der ehemaligen Region Lanquedoc gelangt ist. Tannat ist dort inzwischen die vorherrschende Sorte und wird in der Regel mit Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Fer gekreuzt. Die Sorte ist dickhäutig und bringt farbintensive, schön strukturierte Weine hervor. Mit zunehmender Reife entwickelt der Wein Nuancen von Gewürzen, Kaffee, Kakao und Vanille. Aufgrund der südlichen Abstammung scheint Arinarnoa auch perfekt in die neuen Weinberge der Appellation Bordeaux zu passen und vervollständigt unsere Liste der roten Rebsorten, die in die neuen roten Bordeaux-Mischungen der Zukunft aufgenommen werden könnten.&amp;nbsp; 
 Zusammenfassend kann man sagen, dass das Syndicat von Bordeaux versucht hat, der zukünftigen Hitze in Bordeaux Rechnung zu tragen, und hat Sorten eingeführt, die den höheren Temperaturen besser standhalten können. Wichtig ist zudem, dass die gewählten Sorten weitgehend resistent gegen Pilzkrankheiten wie Odium oder falscher Mehltau sind. Wegen der tendenziell späten Reifung, besteht kaum Gefahr von Frühfrost oder Hitzeschäden in den Hochsommermonaten. Die Sorten bringen vor allem gut strukturierte, farbintensive und tanninhaltige Weine mit komplexen und anhaltenden Aromen hervor, die sich für eine lange Lagerung eignen.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Napa-Tal  
 
 Unter den Winzern von Napa macht das Wort „Klimaresilienz“ die Runde. Bei der Bewältigung des Klimawandels war eines der Hauptprobleme von Napa die mangelhafte Führungsqualität der US-Regierung. Während die Brände in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington mit zunehmender Intensität wüteten, leugnete US-Präsident Donald Trump dies nach wie vor. Infolgedessen ist der Ruf nach Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels in Napa weitgehend an die Erzeuger selbst ergangen.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 Kalifornien verfügt über eine Vielzahl von Institutionen, die bei Fragen zum Klimawandel herangezogen werden können. 
 
 
  
  Doktor Dan Cayan  
 
 So wurde beispielsweise von einem Team von Klimawissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Dan Cayan am Scripps Institute of Oceanography an der University of California in San Diego eine frühe Studie zum Klimawandel speziell für das Napa-Tal durchgeführt. Diese wurde 2011 veröffentlicht und kam damals zu dem Schluss, dass sich Napa zwar erwärmt hatte, aber nicht so stark wie in den letzten Jahrzehnten erwartet. Die Erwärmung zeigte sich vor allem bei den Nachttemperaturen in den Monaten Januar bis August. Unerwarteterweise waren die durchschnittlichen Tagestemperaturen in Napa aufgrund des zunehmenden maritimen Nebels während der sommerlichen Vegetationsperiode gesunken. Seit der Cayan-Studie hat Napa jedoch eine Verschiebung hin zu extremeren Bedingungen erlebt. Wir wissen, dass der Cabernet Sauvignon bei kühleren Temperaturen eine lange Vegetationsperiode genießt, was zu frischen, eleganten Weinen mit ausgewogenem Alkohol- und Säuregehalt führt. Doch unregelmäßige Klimaereignisse wie Frost, Dürre und extreme Hitzespitzen können zu Schwankungen bei Ertrag und Qualität führen. Im Jahr 2015 kam es nach einem warmen Winter und Frühjahr zu einem frühen Knospenaufbruch und einer frühen Blüte. Ein plötzlicher Kälteeinbruch im Mai hatte dann aber einen ungleichmäßigen Fruchtansatz zur Folge. Diese Veränderungen in Verbindung mit mehreren Dürrejahren führten in ganz Kalifornien zu einem Rückgang der Erträge um 20 bis 50 Prozent.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Waldbrände in Kalifornien  
 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Andy Beckstoffer  
 
 Andy Beckstoffer von Beckstoffer Vineyards arbeitet beispielsweise eng mit der University of California in Davis an einem sechsjährigen Versuch mit Cabernet Sauvignon-Wurzeln und Klonen zusammen, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Dan Petroski von Larkmead Vineyards hat unter anderem versuchsweise Weinberge mit neuen Sorten bepflanzt, die dem wärmeren Wetter besser standhalten können. Petroski hat den Aglianico in seinen Mix aufgenommen, was die lange Beziehung zwischen Kalifornien und Süditalien durch die Verbindung von Primitivo und Zinfandel betont. Die meisten Erzeuger haben ihre eigene CO2-Bilanz im Blick und suchen intensiv nach Lösungen, wie sie in der Landwirtschaft und in den Kellereien vor Ort die Erwärmung verringern könnten.&amp;nbsp; 
 Auf dem Waterford Estate hat Kevin Arnold seine herausragende Mischung kreiert: Von den elf auf Waterford gepflanzten Sorten enthält sie jedes Jahr mindestens sieben bis neun. Unter dem Namen The Jem wurde der Wein erstmals im Jahr 2004 auf den Markt gebracht.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp;Die Winzer und Erzeuger in Napa verhalten sich ähnlich wie die in Bordeaux.&amp;nbsp; 
 
  
 Der Wein wurde zu 70 % aus den fünf Bordeaux-Sorten und zu 30 % aus Shiraz, Sangiovese, Mourvèdre und Barbera gekeltert. Kevin Arnold erklärte uns, dass mit The Jem ein Wein geschaffen werden sollte, der über einen sortenreinen Bordeaux-Wein hinausgeht. Er war damals nicht davon ausgegangen, in Stellenbosch Bordeaux-Weine herzustellen. Vielmehr glaubte er, dass er einen für Stellenbosch einzigartigen Wein kreieren könnte, der über den tief gefärbten, konzentrierten, kraftvollen, tanninreichen und strukturierten Bordeaux hinausgeht. Er wollte die Bordeaux-Weine auf ein neues Niveau heben und ergänzte das Mundgefühl durch Aromen und Gewürze, die an den „Fynbos“ der Berge erinnerten, in denen die Sorten angebaut werden. Außerdem wünschte er sich für den Wein eine glatte Textur und ein angenehmes Mundgefühl mit einem außergewöhnlich langen Abgang. Wenn er die Kriterien Mundgefühl und Textur sowie Länge des Abgangs erfüllen könnte, wäre das ein Wein von Weltklasse, so Arnold. 
 Bei seiner ersten Vorstellung bewertete Greg Sherwood, Cape Master of Wine und Fine Wine Buyer bei Hanford Wines in South Kensington, den 2004er Waterford The Jem als Stellenboschs reifste und vollendetste rote Ikone.&amp;nbsp; 
 
  „Bei neueren Jahrgängen“,&amp;nbsp;   argumentierte er später,&amp;nbsp;  
  „erkenne ich, wie sich die Eleganz der Tannine weiterentwickelt, ich spüre die strukturierten Nuancen, die verwobene Säure und die exotische italienische Kräuterwürze, die diesen ikonischen Wein von seinen Konkurrenten abheben.“  
 Die Anpflanzung von mediterranen Sorten in Waterford zwischen 1998 und 2000 hat sich als eine gute Entscheidung erwiesen. Kevin Arnold hat nicht nur einen ikonischen Wein kreiert, der nun fester Bestandteil der Weinbaugeschichte von Stellenbosch ist, sondern er hatte auch den Weitblick und die Vision (den Fluss des Heraklit, wenn Sie so wollen), die ihn die zukünftige Entwicklung von Weinbau und Önologie in den Weinregionen der Welt voraussehen ließen.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-06-01T15:45:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 19)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-19</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-19"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Kevin Arnold Kevin Arnold – ein Meister in allem, was er anpackt – repräsentiert nach 43 Jahren Winzerhandwerk die Königsklasse seiner Branche. Wir trafen ihn zum ersten Mal im Jahr 2000, nur zwei Jahre nachdem er die Herausforderung angenommen hatte, das Gut Waterford zu eine...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Kevin Arnold, der Kellermeister   vom Gut Waterford  &amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
    &amp;nbsp;    
  HARRY STEPHAN  
  November  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
   Kevin Arnold (Episode 19)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Weingut Waterford  
 
 Kevin Arnold – ein Meister in allem, was er anpackt – repräsentiert nach 43 Jahren Winzerhandwerk die Königsklasse seiner Branche. Wir trafen ihn zum ersten Mal im Jahr 2000, nur zwei Jahre nachdem er die Herausforderung angenommen hatte, das Gut Waterford zu einem Weltklasse-Weinproduzenten zu machen. Damals erzählte er uns, dass er mit Sorten aus unterschiedlichen Weinregionen einzigartige Mischungen herstellen wollte. Er hatte zweifellos eine Mission. Heute schauen wir uns an, was aus seinen Ambitionen geworden ist.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Campus der Universität Stellenbosch  
 
 Kevin Arnold kam nicht ohne einen beneidenswerten Stammbaum auf das Gut Waterford. Schon früh, als für seinen Bachelor-Abschluss am Elsenburg Agricultural Training Institute in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Land- und Forstwissenschaften der Universität Stellenbosch studierte, begann er sich für den Weinbau zu interessieren. Während seiner Zeit am Institut folgte er den berauschenden Düften von gärendem Traubensaft und Hefe in den Keller, wo er schnell sein Metier fand und sich sogleich mit der Winzerei vertraut machte. In den Sommerferien arbeitete Arnold auf dem Weingut Stellenbosch unter den wachsamen Augen von zwei der größten südafrikanischen Weinmacher: Ronnie Melk und Duimpie Bayly. Bis 1976 hatte Arnold eine Vollzeitstelle als Winzer-Assistent bei Delheim, wo er an der Seite von Spatz Sperling, einem Giganten seiner Zeit, arbeitete. Während seiner 10 Jahre bei Delheim, vor allem als Weißweinmacher, wurde Kevin Arnold Gründungsmitglied der Cape Winemakers Guild. Er wurde außerdem mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter als  Diners Club Jungwinzer  des Jahres. Anschließend wechselte er zu Rust en Vrede, einem Weingut im Blaauwklippen-Tal, das von dem großen Springbok-Rugby-Flügelspieler Jannie Engelbrecht gegründet wurde.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Rust en Vrede  
 
 Rust en Vrede ist auf reichhaltigen, rotbraunen, kiesigen Tukulu-, Hutton- und Clovelly-Böden gebaut, die auch einen großen Teil des  Terroir  von Stellenbosch ausmachen.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
  
  Weinstöcke Rust en Vrede  
 
 Der Boden stammt aus zersetztem Granit und bildet die unteren Hänge und Ausläufer der Berge von Stellenbosch, Hottentots Holland, Helderberg und Simonsberg, zu denen die Region Stellenbosch gehört. Die Böden sind stark verwittert, sauer, stabil und gut entwässert. Dennoch enthalten sie genügend Tonreste, um eine gute Wasserspeicherkapazität zu gewährleisten. Sie sind ein idealer Nährboden für Rebsorten wie Cabernet Sauvignon mit einer deutlichen Abneigung gegenüber Böden, die zu viel Wasser aufnehmen und speichern.&amp;nbsp; 
 Die Böden von Stellenbosch entsprechen im Wesentlichen denen des Haut-Médoc, insbesondere von Saint-Estéphe, Pauillac, Saint-Julien und Margaux, wo die Böden am linken Ufer der Flüsse Gironde und Garonne ebenfalls größtenteils aus Kies bestehen, der in verschiedenen Tiefen abgelagert ist. Die Grand Crus Classé befinden sich dort auf Hügeln, kleinen Erhebungen, getrennt durch Bäche, die fast senkrecht zum Fluss Gironde verlaufen. Diese Bäche haben sich im Laufe der Jahrtausende mit Sand und Sedimenten gefüllt, was für den Weinanbau weniger geeignet ist. Die Hügelkuppen hingegen bestehen aus kleinen Felsen und Schotter, zusammengehalten von einem Lehmboden, der von Süden nach Norden hin immer lehmhaltiger wird. Die Hänge sind zwar nicht sehr steil, haben aber viel Sonne, und die Böden sind besonders gut entwässert – eine ideale Kombination für den Cabernet Sauvignon.&amp;nbsp; 
 Im Jahr 1998 schloss sich Kevin Arnold als geschäftsführender Gesellschafter des Weinguts Waterford mit den Eigentümern Jeremy und Lee Ord zusammen. Das Gut Waterford liegt an den Hängen des Helderbergs auf einem echten Bergrücken und weist ein  Terroir  auf, das sich von dem von Rust en Vrede weiter unten im Tal stark unterscheidet.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Kellerei Weingut Waterford  
 
 Das  Terroir  des Weinguts Waterford besteht aus sechs verschiedenen Bodentypen: von den Hutton-Böden des Talbodens bis hin zu den vorherrschenden Felsformationen mit sandigen, flachen Böden. Einige der Böden unterscheiden sich in der Tat völlig von den Böden von Tukulu, Hutton und Clovelly, die das allgemeine  Terroir  der Region Stellenbosch ausmachen. Die Bepflanzung des Weinguts war also nicht einfach, da die Sorten, die zu den verschiedenen Bodentypen passen sollten, sorgfältig aufeinander abgestimmt werden mussten. Das Weingut Waterford gehört natürlich auch zur Region Stellenbosch, und Sie werden sich daran erinnern, dass dort ein etwas wärmeres Klima herrscht als in Bordeaux. Jorge Toniettos  Klassifikationssystem mit mehreren Kriterien  beschreibt das Klima als gemäßigt warm (HI+1). Das allgemeine  Terroir , also sowohl der Boden als auch das Klima, ähnelt auf dem Weingut Waterford eher einer Mischung aus Bordeaux, Lanquedoc und Rhône, wie wir bereits im Jahr 2000 von Kevin Arnold erfuhren. Es klingt vielleicht abwegig, aber tatsächlich hat sich sein Verständnis vom  Terroir  bestätigt.&amp;nbsp; 
 Arnold gelang es sogar, aus der Not der Bepflanzung eine Tugend zu machen. Er erkannte, dass die fünf Bordeaux-Sorten, allen voran der Cabernet Sauvignon, das Rückgrat oder die Struktur der Waterford-Weine bilden würden und dass er diese Sorten auf ein neues Niveau bringen konnte, indem er Elemente von Würze, Farbe und Tannin hinzufügte, die die Weine wirklich einzigartig machen würden.&amp;nbsp; 
 Dementsprechend legte er einen Teil der Weinberge des Weinguts Waterford für Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot an. Im Übrigen wandte er Kenntnisse an, die er vor seinem Umzug auf das Weingut Waterford erworben hatte. Kevin Arnold hatte ein paar Jahre lang Weine verkostet, die in kleinen Versuchspartien am Institut für Weinbau und Önologie der Universität Stellenbosch hergestellt wurden. Mit diesem Hintergrundwissen konnte er aus vielen verschiedenen Sorten wählen, die sich für Waterford eignen könnten. Seine endgültige Auswahl umfasste die folgenden Sorten: Aus der Toskana und dem Piemont in Italien wählte er die italienischen Sorten Sangiovese und Barbera, aus dem spanischen Rioja die spanische Sorte Tempranillo und aus Gigondas in der Rhône-Region die französischen Sorten Grenache, Shiraz und Mouvèdre.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Waterford Cabernet Sauvignon  
 
 Hätten wir Kevin Arnold bei unserem ersten Gespräch im Jahr 2000 nach Heraklit und seinem Konzept des Flusses beurteilt, so hätten wir ihn eindeutig als jemanden eingestuft, der den Wandel begrüßt. Er sah nicht nur die steigenden Temperaturen voraus, die in jüngster Zeit weltweit zu beobachten sind, so dass das Syndicat in Bordeaux neue Rebsorten prüft, sondern auch die verheerenden Dürreperioden, von denen die Region Stellenbosch in den letzten fünf Jahren heimgesucht wurde. Was gepflanzt werden soll, ist in Bordeaux Gesprächsthema. Kevin Arnold hat seine Weinberge bereits mit verschiedenen Sorten bepflanzt. Er mischt wie selbstverständlich Bordeaux-Sorten, insbesondere Cabernet Sauvignon, mit Rhône-Sorten. Er kombiniert bereits Trauben, die unter wärmeren Bedingungen gut gedeihen, mit den Bordeaux-Klassikern und verbindet so die alte Welt des Weinbaus in Europa mit der neuen Welt des Weinbaus in Australien, Kalifornien und Südafrika.&amp;nbsp; 
 Im Jahr 2000 sagte Kevin Arnold: 
  „Nach vielen Jahren der Forschung glaube ich ehrlich gesagt, dass wir bei Null anfangen. Für mich ist das Jahr 2000 der Beginn eines Neuanfangs für die Weine in Stellenbosch.“&amp;nbsp;  
 Arnold hat bei Null angefangen und Rebsortenweine von höchster Qualität geschaffen. Außerdem hat er eine außergewöhnliche Mischung geschaffen. In der nächsten Folge werden wir uns Kevin Arnolds krönende Errungenschaft ansehen,  den Jem. &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-05-01T07:15:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 18)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-18</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-18"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Kevin Arnold Zunächst versetzen wir uns in die vorsokratische Welt von Heraklit und Parmenides zurück, die über den Begriff der Veränderung debattierten. Für Heraklit bleibt nichts gleich, alles verändert sich und ist im Fluss
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Kevin Arnold, der Kellermeister   vom Weingut Waterford  &amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
    &amp;nbsp;    
  HARRY STEPHAN  
  Oktober  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
   Kevin Arnold (Episode 18)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Weingut Waterford  
 
 Zunächst versetzen wir uns in die vorsokratische Welt von Heraklit und Parmenides zurück, die über den Begriff der Veränderung debattierten. Für Heraklit bleibt nichts gleich, alles verändert sich und ist im Fluss – eine Idee, die sich am besten durch seine berühmte Erkenntnis veranschaulichen lässt, dass man nicht zweimal in denselben Fluss steigen kann.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Heraklit  
 
 Parmenides hingegen argumentiert, dass Veränderung nur eine Illusion ist und sich nichts jemals ändert. Anders ausgedrückt: Die Welt lässt sich in diejenigen einteilen, die den Wandel begrüßen (den Fluss des Heraklit), und diejenigen, die die Beständigkeit suchen (die Stasis des Parmenides). Diejenigen, die den Stillstand bevorzugen, widersetzen sich Veränderungen und Innovationen. Sie versuchen, den Trott traditioneller Verhaltensweisen in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten und üben zu diesem Zweck sozialen Druck aus. Im Gegensatz dazu sind diejenigen, die Veränderungen akzeptieren, offen für Experimente und Neuerungen. Stasis-Gesellschaften schätzen Ordnung und neigen dazu, den Behörden die Aufrechterhaltung des Status quo anzuvertrauen. Flux-Gesellschaften schätzen neue Ideen und suchen den Fortschritt hin zu neuen Zielvorstellungen. 
 
 
 
   
  Parmenides  
 
 Wir sind heute bei Kevin Arnold, dem Kellermeister des Guts Waterford. Es liegt im Blaauwklippen-Tal an den Hängen des Helderbergs in der Nähe von Stellenbosch, etwa 50 Kilometer östlich von Kapstadt, Südafrika. Kevin Arnold kam 1998 zum Weingut Waterford, nachdem er als Winzer bei Rust en Vrede, einem bekannten Weingut in derselben Straße, gearbeitet hatte. Bevor wir uns in das Gespräch mit Kevin Arnold begeben, möchte ich einige frühere Beobachtungen über Bordeaux in Erinnerung rufen, insbesondere wie sich Bordeaux zu anderen berühmten, maritim geprägten Gebieten wie Stellenbosch, Napa, Margaret River oder Bolgheri verhält.&amp;nbsp; 
 
  
  Klima-Klassifizierung  
 
 Beginnen wir den Klima-Vergleich mit einer Betrachtung von Jorge Toniettos  Klassifikationssystem mit mehreren Kriterien . Am Tagestemperaturindex können wir sofort erkennen, dass Bordeaux als gemäßigt (HI-1) gilt, während Stellenbosch als gemäßigt warm (HI+1) eingestuft ist. Auf dem Trockenheitsindex ist Bordeaux sub-feucht (DI-1), während Stellenbosch mäßig trocken ist (DI+1). Auf dem Nachtkälte-Index ist Bordeaux ebenso wie Stellenbosch mit kühlen Nächten eingestuft (beide CI+1). Zusammenfassend lässt sich also zunächst feststellen, dass Stellenbosch im Allgemeinen etwas wärmere Durchschnittstemperaturen und etwas trockenere Bedingungen während der Sommerreife aufweist. Zweitens sollten wir uns fragen, wie sich der Klimawandel auf Bordeaux und auch auf die anderen maritimen Regionen auswirkt, mit denen wir Vergleiche anstellen können.&amp;nbsp; 
 Im Fall von Bordeaux könnten wir meinen, dass diese Region der Weltanschauung von Parmenides entspricht. Denn seit 1855, als die Bordeaux-Weine auf der  Exposition Universelle de Paris  – der Weltausstellung von Napoleon III – als die führenden Weine aus dem Médoc klassifiziert wurden, scheint sich nichts geändert zu haben.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
  
 &amp;nbsp; 
 
 Für die  Exposition Universelle de Paris  hatte Bordeaux in der Tat eine Rangfolge der Weine in fünf einzigartige Rotweinklassen eingeführt. Die Weine stammten alle aus dem Médoc, mit Ausnahme des legendären Château Haut-Brion aus Graves, der aufgrund seines damaligen Weltruhmes unbedingt dabei sein musste. In Sauternes und Barsac wurden auch Süßweine aufgenommen, allerdings nur in zwei Klassen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Weine wie Petrus, Cheval Blanc und andere bekannte Weine aus Pomerol oder Saint Emilion entweder noch keinen Wein produzierten oder noch als Alltagsweine galten. Was ich hier betonen möchte, ist, dass die Klassifizierung der Bordeaux-Weine seit 1855, also seit mehr als 165 Jahren, nur eine einzige größere Änderung zugelassen hat: Château Mouton Rothschild wurde am 21. Juni 1973 vom Status eines Zweitweins in den Status eines Erstweins befördert. Bordeaux erinnert also furchtbar an die Stasis-Gesellschaft des Parmenides.&amp;nbsp; 
 Allerdings, nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Wenn wir genauer hinschauen, stellen wir Folgendes fest: Nach der Heirat von Eleonore von Aquitanien und Heinrich Plantagenet – dem zukünftigen König Heinrich II. von England – im Jahr 1152 musste sich Bordeaux auf einen neuen Herrscher einstellen.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Bordeaux     
 
 300 Jahre lang blieb Bordeaux in englischem Besitz und wurde schließlich die Stadt mit der zweitgrößten Bevölkerung hinter London. Berühmtheit erlangten die Weine als Lieblingsgetränk von Richard Löwenherz. Mit dem aufkommenden Ruhm begann der Weinhandel in Bordeaux zu expandieren. Zweimal im Jahr, kurz vor Ostern und Weihnachten, fuhren mehrere hundert englische Handelsschiffe nach Bordeaux, um englische Waren gegen Bordeaux-Wein einzutauschen. 
 In den 1600er Jahren stiegen die im Handel besonders aktiven Holländer in den Markt ein. Sie legten nicht nur die Sümpfe in Bordeaux trocken, sondern führten auch Fässer in die Weinherstellung ein. In den frühen 1700er Jahren passte sich Bordeaux an die neue Handelsrealität an und brachte Weinhändler –  die négociants  – hervor. Die Gründungsfirmen sind auch heute noch im Geschäft: Nathaniel Johnston Schroder und Schyler und die Lawtons.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  F  ranzösisches Châteaux  
 
 Während der Französischen Revolution, als wohlhabende Adlige und Kirchenmänner, die hinter der Entwicklung vieler Schlösser standen, kurzerhand hinausgeworfen wurden, stürzte das gesamte Gebäude ein. Um den Ärger noch zu vergrößern, zwang das napoleonische Recht die neuen Landbesitzer dazu, ihr Erbe gleichmäßig unter den Erben aufzuteilen. Dadurch wurde jedes Gut mit jeder nachfolgenden Generation kleiner. Während dies im Burgund der Fall war und dort einige der besten Climats dezimiert wurden, blieb das Bordelais davon verschon. Dort schuf man ein System von Gesellschaftern, die sogenannte societe civile (SCEA), um dem Problem zu entgehen.&amp;nbsp; 
 Als ob Politik und Wirtschaft Bordeaux nicht schon genug Probleme bereiteten, mussten sich die Winzer in Bordeaux auch noch mit Odium, dem Echten Mehltau, herumschlagen. Zu allem Überfluss tauchte dann auch noch der Downey-Mehltau auf. Nachdem man diese Krankheiten zum Stillstand bringen konnte, wurden die Weinberge 1869 von der Reblaus befallen. Die Suche nach einer Lösung führte zwangsläufig zu Veränderungen, vor allem bei den gepflanzten Sorten, aber auch bei der Pflanzdichte in den Weinbergen. 
 Heute muss sich Bordeaux einem neuen Thema stellen – dem Klimawandel – mit allem, was er mit sich bringt. Viele meinen, dass es für Bordeaux in den nächsten 30 Jahren schwierig sein wird, qualitativ hochwertigen Cabernet Sauvignon oder Merlot zu produzieren. Die Traubenreife wird von einem Balanceakt der in den Trauben enthaltenen Verbindungen begleitet – Tannine (die für Textur und Adstringenz sorgen), Flavonole (die die Aromen bestimmen) und Anthocyane (verantwortlich für die Farbe). Damit ein guter Wein entsteht, müssen alle diese Stoffe in der richtigen Konzentration vorhanden sein. Wenn die Vegetationsperiode lang und gleichmäßig verläuft, kann danach bei kühlerem Oktoberwetter geerntet werden. Wenn es aber in den Sommermonaten unregelmäßige Hitzeperioden gibt, können die Trauben zu schnell reifen. Anthocyane werden möglicherweise vorzeitig abgebaut. Die Traubenchemie gerät aus dem Gleichgewicht, wenn der Zucker zu dominieren beginnt.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  F  Weinberg in Bordeaux  
 
 Bordeaux hat sich wieder einmal der Herausforderung gestellt und den ungewöhnlichen Schritt gewagt, neue Sorten anzubauen. Speziell bei den Rotweinen hat die Weingewerkschaft bzw. der Syndicat von Bordeaux 2019 vorgeschlagen, in den Weinbergen der Appellation Bordeaux und Bordeaux Supérieur die Sorten Marselan, Touriga Nacional sowie Castets und Arinarnoa zuzulassen. Frankreichs nationale Appellationsbehörde INAO muss noch die endgültige Genehmigung erteilen, aber das Vorhaben, Sorten in den Bordeaux-Mix aufzunehmen, die den Auswirkungen des Klimawandels standhalten können, ist potenziell bedeutsam.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp;Womit ich wieder bei den anderen maritim geprägten Regionen wäre. Im Napa Valley sind etwa 65 Prozent der Sorten mit Cabernet Sauvignon bepflanzt. In Margaret River sind etwa 43 Prozent mit Cabernet Sauvignon bepflanzt. In Stellenbosch sind es etwa 20 Prozent, aber noch wichtiger ist, dass der Shiraz, der unter höheren Temperaturen gedeiht, nur noch knapp 14 Prozent der Anpflanzungen ausmacht. Ich sprach mit Kevin Arnold über die Bedeutung dieser Zahlen in Bezug auf das sich verändernde Klima in Stellenbosch im Allgemeinen und über seinen Umgang mit diesem Thema in Waterford im Besonderen. Seine Ausführungen dazu sehen wir uns in der nächsten Folge an.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-04-01T14:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 17)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-17</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-17"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Peter Finlayson Um ein italienisches Risotto zuzubereiten, gibt man einfach kochende Brühe zum Reis. Damit diese norditalienische Köstlichkeit aber cremig, reichhaltig und besonders wird, muss man verstehen
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
     Peter Finlayson  &amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
    Kellermeister von Bouchard Finlayson   .   
  HARRY STEPHAN  
  Juni  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
    Peter Finlayson &amp;nbsp;(Episode 17)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Risotto mit Spargel  
 
 Um ein italienisches Risotto zuzubereiten, gibt man einfach kochende Brühe zum Reis. Damit diese norditalienische Köstlichkeit aber cremig, reichhaltig und besonders wird, muss man verstehen, wie man die Brühe richtig einschöpft, damit sich die Stärke aus dem Reis löst. Anderenfalls ist das Ergebnis unweigerlich ein zäher Brei. Um Wein herzustellen, muss man einfach nur Trauben zerdrücken, ein wenig Hefe hinzufügen und dann der Natur ihren Lauf lassen. Aber um einen herrlichen, komplexen Wein aus einer Vielzahl verschiedener Sorten zu mischen, muss man etwas von der richtigen Kombination der jeweiligen Weine verstehen. Das erfolgreiche Verschneiden von Wein erfordert jahrelange Erfahrung – es ist die Krönung der Winzerkunst.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Zerstampfen von Trauben  
 
 Als junger Mann reiste Peter Finlayson nach Geisenheim, um an der dortigen Universität seine Fähigkeiten in der Welt des Weins auszubauen. Eine Reise von Südafrika nach Europa führte in den 1970er Jahren zwangsläufig entweder mit dem Postschiff der Union Castle Line von Kapstadt nach Southampton oder mit der Lloyd Triestino Line nach Genua. Peter Finlayson kehrte auf der Europa der Lloyd Triestino Line nach Kapstadt zurück. Der Zufall wollte es, dass es die letzte Reise des Schiffes war. Der Maitre d&#039; öffnete für die speisenden Passagiere den Weinkeller, wodurch Finlayson einige der besten italienischen Weine genießen konnte.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Die Europa der Lloyd Triestino Line  
 
 Da die südafrikanische Weinproduktion zu dieser Zeit von der KWV kontrolliert wurde, waren keine italienischen Weinsorten zum Anpflanzen verfügbar. Finlayson fasste zu dieser Zeit den Entschluss, italienische Sorten anzupflanzen, sollten sich die Importbeschränkungen für italienisches Pflanzenmaterial jemals ändern. Er wollte einen Wein erzeugen, der dem jahrhundertealten italienischen Flair der Weinherstellung Rechnung trägt.&amp;nbsp; 
 
  
  Sangiovese-Rebe  
 
 1987 wurden die Beschränkungen schließlich durch die Klopper-Kommission aufgehoben. Finlayson arrangierte sofort den Import von Sangiovese und Nebbiolo,und 1989 kamen die Reben schließlich an. Nach einer zweijährigen Quarantäne der Reben dauerte es noch drei weitere Jahre, bis genügend Pflanzenmaterial gewachsen war, um einen Weinberg mit 900 Rebstöcken anzulegen.&amp;nbsp; 
 Im Jahr 1997 kam die erste Partie weinreifer Trauben in den Keller. Zunächst verfolgte Finlayson die Absicht, aus diesen Trauben sortenreine Weine zu erzeugen. Nach drei Jahren des Probierens war er aber mit den Ergebnissen der Weine nicht sonderlich zufrieden. Er begann, die Weine mit Pinot Noir zu vermengen. Der Jahrgang 2001 war außergewöhnlich, und durch die Erweiterung des Weinbergs um zusätzliche Rebstöcke war nun genügend Sangiovese vorhanden, um einen neuen Verschnitt anzugehen. Am Ende waren es zwei Drittel Sangiovese, gemischt mit Pinot Noir und Nebbiolo, für die Produktion von 600 Kisten Hannibal. 2002 wurde der Wein auf den Markt gebracht.&amp;nbsp; 
 
 
  
 &amp;nbsp; 
 
 Dominierend im Hannibal ist demnach seit jeher Sangiovese, wobei der Pinot Noir bis zu 20 Prozent und der Nebbiolo etwa 15 bis 20 Prozent der Mischung ausmachen. In manchen Jahren wird dem Verschnitt bis zu 18 Prozent Syrah hinzugefügt. Je nach Jahrgang ist auch ein Spritzer Mourvèdre, manchmal auch Barbera, enthalten. Ironischerweise wäre eine Mischung aus Sangiovese, Pinot Noir oder Nebbiolo in Italien nicht akzeptabel. Finlayson meint dazu: „Es ist eher so, als würde man Religionen vermischen, obwohl viele Önologen behaupten würden, dass es sich um die drei besten Sorten der Welt handelt.“&amp;nbsp; 
 Es wurden jedoch auch bereits Änderungen in Italien akzeptiert. In der Toskana zum Beispiel, wo traditionell der Sangiovese vorherrscht, pflanzte Mario Incisa della Rocchetta Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc in seinen Weinbergen etwas außerhalb des Dorfes Bolgheri.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Zypressen in Bolgheri  
 
 Der daraus resultierende Wein Sassicaia wurde der erste in einer Reihe von „Super-Toskanern“, die inzwischen weitere herausragende Weine umfasst. Im Jahr 1971 stellte Marchesi Antinori seinen Tignanello unter der Leitung von Piero Antinori vor. Tignanello ist der erste Sangiovese, der in Barriques gelagert wurde, der erste Sangiovese, der mit nicht traditionellen Sorten – Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc – verschnitten wurde, und einer der ersten Rotweine im Chianti Classico-Gebiet, für den keine weißen Trauben verwendet wurden. Marchesi Antinori folgte dem Ruhm des Tignanello mit Solaia, einem Verschnitt aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Sangiovese.&amp;nbsp; 
 1981 gründete der jüngere Bruder von Piero Antinori, Lodovico, auf seinem Grundstück in der Nähe von Sassicaia das Weingut Ornellaia und brachte von dort 1985 seinen ersten toskanischen Bordeaux-Verschnitt auf den Markt. Sein Flaggschiff-Wein, der Ornellaia Bolgheri Superiore, ist ein von Cabernet Sauvignon geprägter Verschnitt, der auch Merlot, Cabernet Franc und einen Spritzer Petit Verdot enthält. Nach der Veredelung des Cabernet Sauvignon folgte 1986 der Merlot in Form des Masseto, einem 100-prozentigen Merlot aus Einzellage, ein üppiger, schöner Wein.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Landgut Ornellaia  
 
 Traditionell war der Chianti eine Mischung mit Fokus auf Sangiovese, begleitet von kleinen Mengen der weniger bekannten Sorten Canaiolo, Colorino, Ciliegiolo und Mammolo. Weine aus diesem traditionellen Verschnitt wiesen typischerweise Aromen und Geschmacksnoten von roten Früchten, Veilchen, getrockneten Kräutern und Sauerkirschen auf. Als die Chianti-Appellationsgesetze die Verwendung von (bis zu 15 Prozent) Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah in Chianti-Weinen offiziell erlaubten, kam es in der Toskana zu einer erheblichen Kontroverse. Puristen betrachteten diese Neuerung mit einer Mischung aus Misstrauen und Bedauern, während andere die dunkelfruchtigen Aromen und die Farbtiefe begrüßten, die die Bordeaux-Sorten dem Chianti verleihen. Vor 2006 wurden üblicherweise weiße Trauben (meist Trebbiano und Malvasia) als Teil der Chianti-Mischung verwendet. Diese sind nun in allen Chianti-Weinen verboten.&amp;nbsp; 
 Aber warum Bordeaux-Sorten einführen, wenn die traditionellen Sorten, für die sich Columella so stark gemacht hat, direkt zur Hand sind? Man kann argumentieren, dass die Bordeaux-Sorten für das Terroir um Bolgheri mit seinem maritimen Einfluss besonders geeignet sind. Aber was ist mit den Regionen weiter im Landesinneren? Diese Frage musste auf ein anderes Mal verschoben werden. Wir drängten Peter Finlayson dennoch, uns seine Vorliebe für Sangiovese, Pinot Noir und Nebbiolo zu erläutern.&amp;nbsp; 
 Zunächst sollten wir verstehen, dass weder Sangiovese, Pinot Noir noch Nebbiolo den grasigen, krautigen Charakter haben, der bei den Bordeaux-Sorten vorherrscht. Er wies auch auf die Ähnlichkeit von Sangiovese und Pinot Noir hin und behauptete, dass er die beiden bei Blindverkostungen manchmal verwechselt. Denn der Pinot Noir hat – wenn er wirklich gut ist – eine ausgeprägtere süße Mitte, die an die üppigen Rotfruchtaromen des Sangiovese erinnert, während der Sangiovese den Pinot Noir mit seinen schönen, festen, offensichtlichen Tanninen und guter Säure nachahmt. Sangiovese hat auch angenehm erdige, bauernhofähnliche Aromen und Geschmacksnoten, die ein inhärentes Merkmal des Pinot Noir sind. Die Italiener beschreiben Sangiovese gern als sanguis Jovis – das  „Blut des Jupiter“ , auch wenn diese Etymologie nicht ganz eindeutig ist.&amp;nbsp; 
 Nebbiolo erfüllt eine wunderbare Rolle. Für sich genommen kann Nebbiolo aggressive Tannine haben. Um einem Nebbiolo-Wein Körper zu verleihen, muss man ziemlich stark extrahieren, aber wenn man Nebbiolo in einem Verschnitt mit 15 bis 20 Prozent verwendet, gibt er eine schöne Struktur am hinteren Gaumen und behält eine reiche geschmackvolle Mitte. Es ist diese Struktur am hinteren Gaumen, die Peter Finlayson bei seinen Rotweinen mehr als alles andere sucht. Dem, was Anthony Barton, der Besitzer von Châteaux Léoville-Barton, einmal als „die schwarzen Weine aus der Neuen Welt“ beschrieben hat, sollen seine Rotweine nicht nacheifern. Rotwein, so Finlayson, „muss die Resonanz eines Cellos haben und nicht die eines simplen Fanfarenrufs“.&amp;nbsp; 
 Die inhärente Fruchtigkeit, die bei italienischen Weinen durchkommt, ist bei Bordeaux-Sorten nicht vorhanden. Finlayson argumentiert, dass Bordeaux seinen Ruf im 17. Jahrhundert dadurch aufgebaut hat, dass Wein in großen Mengen nach England verschifft wurde, wo er dann in Londoner Kellern von Londoner Winzern abgefüllt wurde. Er musste also eine ziemlich raue Behandlung überstehen, daher die notwendige harte Tanninstruktur und Langlebigkeit. Die Italiener hingegen stellen seit Jahrtausenden Wein her. Die Weine haben sich eher durch eine Kompatibilität mit der jeweiligen Lebensweise entwickelt. Peter Finlayson macht keinen Hehl daraus, dass aus den drei von ihm ausgewählten italienischen Rebsorten einige großartige italienische Weine entstanden sind. In der Tat hat er aus diesen drei außergewöhnlichen Weinen eine Kamee gemacht, eine Symphonie der Aromen, die sich bei ihrer bewundernden Anhängerschaft sicherlich bewährt haben.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-03-01T13:30:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 16)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-16</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-16"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Peter Finlayson Die Welt des Weins eröffnete sich Peter Finlayson im Jahr 1975 während seines Diplomstudiums der Önologie an der Universität Geisenheim. Nach seiner Rückkehr nach Südafrika verbrachte er einige Jahre in Boschendal, um seine Fähigkeiten aufzupolieren
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
     Peter Finlayson  &amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
  „Großartiges Terroir ist an Orten zu finden, die sich in der Vergangenheit bewährt haben“,&amp;nbsp;  Peter Finlayson.  
  HARRY STEPHAN  
  Juni  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
    Peter Finlayson &amp;nbsp;(Episode 16)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Boschendal  
 
 Die Welt des Weins eröffnete sich Peter Finlayson im Jahr 1975 während seines Diplomstudiums der Önologie an der Universität Geisenheim. Nach seiner Rückkehr nach Südafrika verbrachte er einige Jahre in Boschendal, um seine Fähigkeiten aufzupolieren.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Hermanus  
 
 Anschließend zog er in das Hemel-en Aarde-Tal, etwas außerhalb des malerischen Dorfes Hermanus an der Südküste, etwa 120 Kilometer von Kapstadt entfernt. Zu dieser Zeit wurde der Weinanbau sowie die Produktion und der Verkauf von Wein in Südafrika von der KWV, einer zentralen, von der Regierung unterstützten, genossenschaftlichen Organisation, streng kontrolliert. Das Hemel-en-Aarde-Tal galt als völlig ungeeignet für die Weinproduktion. Mit seinem Umzug in das Hemel-en Aarde-Tal war Finlayson deshalb nicht nur Pionier, sondern musste gleich zu Beginn seines Weges in die Weinherstellung gegen ein paar gewaltige Windmühlen ankämpfen. 
 
 
 
   
  Bay View Hotel  
 
 Möglicherweise stand der Umzug in das Hemel-en-Aarde-Tal in den Sternen geschrieben. Peter Finlayson erinnert sich daran, wie er als Student in den frühen 1970er Jahren in der Kneipe des Bay View Hotels in Hermanus saß. Damals sprach er davon, dass er gern eine Hütte unter dem Bergrücken von Hermanus besitzen würde. Später wählte seine zukünftige Braut, ganz zufällig, ihren Hochzeitsort in Hermanus, wo sie dann eine Familie gründeten. Als Peter Finlayson von Tim Hamilton Russel die Möglichkeit erhielt, ein Weingut im Hemel-en-Aarde-Tal aufzubauen, ließ er sich nicht zweimal bitten. Die Zeit, die er in Deutschland verbrachte, wo das Klima eher nicht so günstig ist wie im Hemel en Aarde, öffnete ihm die Augen, und er verstand, dass sein Vorstoß in die Welt des Weins dort alle Chancen auf Erfolg haben würde. 
 
  
  Tim Hamilton Russel  
 
 Am Anfang seiner Arbeit mit Wein auf dem Gut Hamilton Russel spezialisierte er sich auf Chardonnay, eine Rebsorte, die in Kalifornien in Mode gekommen war, aber in Südafrika noch immer neu und unbekannt war. Nach seiner Reise nach Kalifornien, wo er lernte, wie sich Chardonnay unter den Bedingungen der Neuen Welt und insbesondere unter Verwendung neuer kleiner Eichenfässer verhält, begann er in den 1980er Jahren mit der Herstellung von Chardonnay-Weinen, die sich als sehr vielversprechend erwiesen. Da die Pinot-Noir-Traube ein Vorfahre des Chardonnay ist, stand das Versprechen eines großartigen Pinot Noir auf jeden Fall auf dem Programm und prägte sicherlich während der 1980er Jahre Peter Finlaysons Schicksal.&amp;nbsp; 
 Außerhalb des Hemel-en-Aarde-Tals, in den historischen südafrikanischen Weinregionen, konzentrierten sich die ersten Bemühungen zur Herstellung von Pinot Noir auf den Schweizer BK5-Klon, einen Champagner-Klon, der in den 1960er Jahren aus Weidensville in der Schweiz nach Südafrika importiert worden war.&amp;nbsp; 
 
 
  
 &amp;nbsp; 
 
 Die hergestellten Weine waren im internationalen Vergleich nicht sehr beeindruckend, da sie zu aromatisch waren und sich nicht gut in der Flasche „hielten“. Dennoch erwies sich der Pinot Noir im Hemel-en-Aarde-Tal, trotzdem er auf dem BK5-Klon angebaut wurde, als ein Renner. Das alte Terroir dort, das jahrhundertelang kaum jemals erwähnt wurde, hatte in Pinot Noir endlich seinen perfekten Partner gefunden. Ab 1981 erstürmte Finlayson mit seinem ersten guten Wurf die Siegerpodeste und gewann jeden Kap-Wettbewerb. 1989 holte er mit seinem 1986er HRV Pinot Noir den Diners Club Winemaker of the Year Award, zweifellos die prestigeträchtigste Weinauszeichnung Südafrikas.&amp;nbsp; 
 Ebenfalls im Jahr 1989 tat er sich mit Paul Bouchard zusammen, der die Geschäfte von Bouchard Aîné &amp;amp; Fils leitete. Das 1750 in Beaune gegründete Unternehmen Bouchard Aîné &amp;amp; Fils wird hoch geschätzt für sein Know-how bei der Herstellung einiger der berühmtesten Pinot Noir-Weine des Burgunds aus seinen Kellern im Hôtel du Conseiller du Roy, einem klassischen maison aus dem 18. Jahrhundert.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
  
  &amp;nbsp;  
 
 Nachdem Peter Finlayson also sein eigenes Talent mit dem beeindruckenden Ruf der Burgunder kombiniert hatte, blieb noch die Frage, ob das unbekannte Terroir von Bouchard Finlayson wohl die Erwartungen seiner Partner sowie die der Weinliebhaber weltweit erfüllen konnte. Und das war der Fall. Bouchard Finlayson hat dem Wein zu Weltruhm verholfen. Erfolg hat zu mehr Erfolg geführt. Im Jahr 2000 wurde das Weingut durch eine Investition der Familie Tollman unterstützt. Damit wurde nicht nur wertvolle finanzielle Sicherheit geschaffen, sondern dem Weingut auch ermöglicht, seinen Wein weiter zu verbessern.&amp;nbsp; 
 Wie wir bereits in der Vergangenheit erwähnt haben, genießt das Terroir in Burgund seit Jahrhunderten intensives Interesse. Im 1. Jahrhundert erwähnte Columella in seiner Naturgeschichte das Gebiet von Burgund – damals von den Römern Pagus Arebrignusgenannt – als führenden Weinproduzenten in der römischen Welt. Schon damals argumentierte Columella damit, dass die Rebsorte, die wir heute Pinot Noir nennen, gut zum Klima und Boden dieser Gegend passte.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Benediktinermönche  
 
 Die Benediktinermönche begannen dann im 5. Jahrhundert, bestimmte Gebiete innerhalb der Côte d&#039;Or zu klassifizieren oder abzugrenzen. Ab dem 12. Jahrhundert haben die Zisterziensermönche in jahrhundertelanger, unvergleichlicher Arbeit die Grundprinzipien des Weinbaus, der Weinbereitung und des Alterns von Weinen weiter ausgearbeitet. Kenntnisse über die Natur des Terroir in Burgund oder den Ausdruck seiner Weine wurden dann im Laufe der Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben. Trotz des enormen Potenzials des Terroirs im Hemel-en-Aarde-Tal war das Land, auf das sich Peter Finlayson einließ, zunächst kahl. Um den dann folgenden Prozess besser zu verstehen, wollen wir näher betrachten, was Peter Finlayson beim ersten Blick auf das Land bei Bouchard Finlayson in den Sinn kam. Wir erinnern uns an Emile Peynaud, eine der französischen Koryphäen auf dem Gebiet der Önologie. Peynaud vermutete, dass die letztendliche Entscheidung, wie ein Weinberg angelegt werden sollte, die Frage nach der Interpretation dieser Vorgehensweise aufwerfen würde.&amp;nbsp; 
 Basierend auf seinen Ideen, die er sich zuvor in Deutschland und bei Hamilton Russel erarbeitet hatte, musste Finlayson wesentliche Entscheidungen zur Definition des dortigen Terroirs treffen. Es ging ihm um die Tiefe des Bodens und darum, wie sie die Bewirtschaftung der Reben beeinflussen würde. Ein wesentlicher Parameter betraf auch die Gestaltung des Weinbergs. In Burgund werden die Reben nach einem für das Burgund einzigartigen, hochdichten Pflanzsystem gepflanzt. In der Neuen Welt werden Reben typischerweise so gepflanzt, dass der mechanische Anbau unterstützt wird.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Nah beieinander gepflanzte Reben  
  bei Bouchard Finlayson  
 
 Selbst bei der Bepflanzung mit Pinot Noir trägt der durchschnittliche Weinberg 3 703 Reben, die mit einem Abstand von 2,7 Metern zwischen den Reihen und mit einem Abstand von 1 Meter in der Reihe gepflanzt werden. Finlayson war der Meinung, dass er die Pflanzpraxis des Burgund nachahmen sollte, weshalb er ein Pflanzsystem mit hoher Pflanzdichte wählte. Seine Entscheidung basierte zudem auf der Arbeit des Nietvoorbij Research Centre. Dieses hatte Peter Finlayson darüber informiert, dass ein dicht beieinander gepflanzter Pinot Noir auf südafrikanischen Böden mehr Farbe und Tannin bieten würde. Er hat den Schritt gewagt.&amp;nbsp; 
 Zunächst pflanzte er den Weinberg auf dem 113 Dijon-Klon, einem echten Rotwein-Pinot-Noir-Klon, und nicht auf einem für die Herstellung von Champagner. Zweitens verfolgte er die burgundische Praxis der engen Bepflanzung mit fünf Reihen im Abstand von 1,1 Metern und einem Rebenabstand von jeweils 1 Meter, wobei die sechste Reihe fehlt, damit der Traktor spritzen kann. Dies entspricht 7 500 Reben pro Hektar. Drittens entschied sich Peter Finlayson für die Doppelstreckbogen-Methode nach Guyot mit zwei Streckbögen à acht Augen an jedem Stamm, anstatt auf das übliche südafrikanische Beschneidesystem zu setzen, das je Kordon vier Fruchtriebe mit jeweils einem kurzen Zapfen à zwei Augen aufweist.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  &amp;nbsp;  
 
 Viertens folgte Peter der burgundischen Praxis, dass die Ernte nie mehr als 1,5 Kilogramm pro Rebstock betragen darf. Er entschied sich für 1 bis 1,2 Kilogramm pro Rebstock, was einer Flasche Wein pro Rebstock entspricht. All diese Parameter stellten seinerzeit eine radikale Abweichung von der Norm in Südafrika dar.&amp;nbsp; 
 Nachdem er sich um den Weinberg gekümmert hatte, stand er vor dem nächsten Rätsel: die Herstellung seines Weins. Für Peter Finlayson war ein Schlüssel für die Herstellung von großartigem Pinot Noir die Pressung der fertigen Gärung oder der Extraktion aus den Trauben. Tatsächlich verstand er, dass die Dauer der Mazeration oder der Grad der Extraktion für die Entwicklung des Geschmacks, der Farbe, der Komplexität oder der Haltbarkeit des Weins entscheidend ist. Je länger die Mazeration dauert, desto komplexer werden die Tannine, die dann mit der Zeit weicher werden und gleichzeitig den Körper oder das Mundgefühl des Weins verbessern. Hier wird das Pressen des Weins, das Ausbalancieren zwischen Vorlaufmost und Presssaft, zu einer Kunst für sich, was zudem von Jahr zu Jahr variiert. Beachtenswert ist auch, dass jeder Jahrgang verschieden ist und man nicht sagen kann, was ein Jahrgang bringen wird.&amp;nbsp; 
 Deshalb sind die Fermenter bei Bouchard Finlayson geschlossen. Sobald die Gärung abgeschlossen ist, werden die Weine im Tank weiter mazeriert. Der Pinot Noir darf vor der Gärung etwa drei Tage lang bei 10 Grad einweichen. Anschließend wird die Gärung weitere fünf bis sechs Tage fortgesetzt, um die Schalen eine weitere Woche lang einzuweichen. Die Weine werden mindestens zweimal am Tag umgepumpt. Anschließend wird der Wein für etwa 10 Monate auf dem Hefeniederschlag belassen, bevor er weitere 10 Monate in Kleinholzfässern gelagert wird.&amp;nbsp; 
 Es gibt eine Reihe von Maximen, die Peter Finlaysons Weinbauphilosophie im Laufe der Zeit geprägt haben. Eine besagt, dass der Wein mit zunehmendem Alter und zunehmender Reife der Reben weicher wird. Die Arbeit mit jüngeren, neu gepflanzten Trauben unterscheidet sich von der mit der Struktur älterer Trauben. Ältere Trauben geben definitiv ein weicheres Mundgefühl, und es besteht Einigkeit darüber, dass ältere Trauben einen besseren Rotwein ergeben. Tatsächlich beginnen sechsjährige Reben sehr gute Weine zu produzieren. Ein weiterer Leitsatz Finlaysons besagt, dass Weinliebhaber zunehmend nach jüngeren Weinen verlangen. Peter Finlayson akzeptierte diese Realität. Nichtsdestotrotz erzeugt er immer noch eine kleine Abfüllung fünfjährigen Pinot Noirs, da er nicht daran zweifelt, dass ein Wein, der reifen darf, davon profitieren wird. So funktioniert Burgund im Wesentlichen seit Jahren. Drittens glaubt Peter Finlayson inzwischen, dass bei der Herstellung von Pinot Noir „weniger mehr ist“, oder anders ausgedrückt: Er ist weniger ehrgeizig oder weniger kämpferisch bei Weinen aus seinen älteren Weinbergen. Er besteht jedoch darauf, dass die Trauben großartig sein müssen, damit im Keller eine minimalistischere Philosophie verfolgt werden kann. Schließlich, so argumentiert Finlayson, sei es der Gaumen des Winzers, der den Unterschied macht. Er zählt mehr als jede andere Überlegung im Keller. Der Gaumen und der Instinkt des Winzers sind dem Wein ebenso eigen wie der Instinkt und das Ohr des Musikers beim Musizieren. Darüber hinaus arbeitet ein Winzer wie ein Musiker in einem wirklich umkämpften Umfeld, denn das Produkt, das er in die Flasche bringt, ist ein Kleinkind. Er muss die Fähigkeit haben, in die Zukunft zu blicken, die dann – sobald der Wein in Flaschen abgefüllt ist – einfach außerhalb seiner Kontrolle liegt.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Peter-Allan Finlayson  
 
 Während sich das Burgund jahrhundertelang von Generation zu Generation weiterentwickelt hat, steckt die Geschichte des Hemel-en-Aarde-Tals noch in den Kinderschuhen. Dennoch ist das Wissen, das diese erste Generation bei ihrer Pionierarbeit im Tag gesammelt hat, nun gut in der zweiten Generation verankert: Peter-Allan Finlayson, Peter Finlaysons Sohn, stellt auf seinen eigenen Weinbergen mit großem Erfolg Wein her. So hat sich im Laufe der Zeit ein großartiges neues Terroir bewährt.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-02-01T16:00:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 15)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-15</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-15"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Kellermeister von Bouchard Finlayson Wir sind bei Peter Finlayson, dem Kellermeister von Bouchard Finlayson. Ein Meister in der Welt des Weins, produziert er seit 40 Jahren im Tal Hemel en Aarde Wein. Er wird uns nicht nur den Diskurs um eine der prestigeträchtigsten Weinregio...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 &amp;nbsp; 
  HARRY STEPHAN  
  Mai  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
   Kellermeister von Bouchard Finlayson (Episode 15)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Peter Finlayson  
 
 Wir sind bei Peter Finlayson, dem Kellermeister von Bouchard Finlayson. Ein Meister in der Welt des Weins, produziert er seit 40 Jahren im Tal Hemel en Aarde Wein. Er wird uns nicht nur den Diskurs um eine der prestigeträchtigsten Weinregionen am Kap näherbringen, sondern auch deren Beziehung zu den Climats von Burgund erläutern.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Peter Finlayson  
 
 Peter Finlayson findet, dass ein Vergleich von Weinen aus verschiedenen Regionen der Welt nur subjektiv sein kann und nicht die unterschiedlichen Weinkulturen und Präferenzen der einzelnen Weinkonsumenten berücksichtige. Wir sind anderer Meinung. Der Vergleich kann doch eine interessante Reise durch die Welt des Weins und außerdem eine bereichernde Erfahrung darstellen.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Bouchard Finlayson  
 
 Zur Erinnerung: Mit Jorge Tonietto haben wir argumentiert, dass das Klima in Burgund dem des Hemel en Aarde-Tals in der Overberg-Region Südafrikas sehr ähnlich ist. Insbesondere ergab ein Vergleich unserer drei Indizes erstaunliche Übereinstimmungen. Die Tagestemperaturen der beiden Regionen korrelieren beachtlich. Bei den Nachttemperaturen fanden wir geringfügige Abweichungen und, wie bereits ausgeführt, haben wir den Trockenheitsindex korrigiert. Uns ist bewusst, dass das Mesoklima in verschiedenen Weinbergen eine Rolle spielt, aber angesichts der Ähnlichkeit des Klimas würden wir davon ausgehen, dass die Overberg-Region ähnliche Weine hervorbringt. Und, ist es so?&amp;nbsp; 
 
  
  Weinregion Overberg  
 
 Auf unseren Reisen in Süditalien haben wir gelernt, dass der Boden die Typizität der Weine bestimmt und den ursprünglichen Charakter, den Geschmack und die aromatische Komplexität der Weine prägt. Wollen wir den Boden in Burgund beschreiben, so stellen wir fest, dass er aus unzähligen Ansammlungen von Lehm, Kreide und Kies besteht, die sich über Tausende von Jahren gebildet haben. Der Boden im Hemel en Aarde-Tal besteht aus Malmesbury-Schiefer.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Weingut Romanée Conti  
 
 Beginnen wir mit der Beschaffenheit des Bodens in Burgund, insbesondere in den climats, in denen Grand Crus angebaut wird. Dabei konzentrieren wir uns zunächst auf Richebourg, das bei der Bewertung in einem Atemzug mit Romanée Conti und La Tâche genannt wird. Das Terroir von Richebourg liegt ebenfalls auf einem Muttergestein aus Bajocium-Kalkstein. Die Böden sind flach, gut mit Ton bestückt, mit einer Tiefe, die in der Regel 30 Zentimeter nicht überschreitet. Peter Finlayson betonte, dass wir uns bei unserer Betrachtung des Bodens in Richebourg auf dieses Muttergestein aus Bajocium-Kalkstein konzentrieren sollten, auf dem die Reben wachsen. Der Kalkstein, genauer gesagt, das pflanzengängige Kalziumkarbonat, ermöglicht es den Reben, mit einem günstigen pH-Wert von über 6,0 zu leben. Der Boden ist also angenehm alkalisch und die Reben können Nährstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Natrium leicht aufnehmen. Diese Nährstoffe sind essentiell für die Gesundheit der Rebe. Von größerer Bedeutung ist jedoch die Beschaffenheit des kalkhaltigen Untergrundes, da er die Wasserrückhalte- und Drainageeigenschaften des Bodens erheblich beeinflusst. In wasserdurchtränkten Böden gedeihen Reben schlecht und es steigt das Risiko für Wurzelkrankheiten. Die chemische Struktur kalziumreicher Tonböden, wie die in Richebourg, setzt sich aus Molekülschichten zusammen, die durch ionische Anziehung zusammengehalten werden. Diese Struktur erlaubt es dem Boden, in Trockenperioden Feuchtigkeit zu speichern, und sorgt für eine gute Entwässerung bei starken Regenfällen. Mit der Entwässerung befassen wir uns später.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Schiefergestein in Malmesbury  
 
 Bei Bouchard Finlayson besteht der Boden aus Malmesbury-Schiefer und wie in Richebourg aus einigen der ältesten Materialien der Welt. Er hat sich aus geologischen Formationen entwickelt, die lange Zeit der Verwitterung ausgesetzt waren, ohne ausgedehnte Abdeckung durch jüngeres Material aus Gletscher- oder Schwemmepochen. Infolge des fortgeschrittenen Verwitterungszustands wiesen diese Böden einen hohen Gehalt an Kaolin und Sesquioxiden (Eisen- und Aluminiumoxiden) auf. Und tatsächlich kann der Boden von Bouchard Finlayson als schwer beschrieben werden, mit einer dominierenden Tonkomponente. Der Boden ist stark strukturiert, auf teilweise zersetztem Muttergestein mit guten Nährstoffreserven und Wasserrückhalteeigenschaften, also ideal für Pinot Noir.&amp;nbsp;  Erinnern wir uns aber daran, dass Terroir mehr als nur eine Beschreibung des Bodens ist. Auch das Klima spielt eine Rolle, sei es in Form warmer Luftströme, die die unzähligen Meso- und Mikroklimata entlang der Coombs und der Ebenen von Burgund hervorbringen, oder als Wettersystem, das den Umfang und die Balance des jeweiligen Jahrgangs bestimmt. Während, wie Columella erläutert, der Boden durch seinen ursprünglichen Charakter, seinen Geschmack und seine komplexen Aromen die Typizität des Weins bestimmt, gedeihen die Reben in einem gemäßigten Klima, da es ein subtiles Gleichgewicht zwischen Säure, Alkohol und phänologischer Reife ermöglicht.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Burgund  
 
 Im Burgund unterliegt das Klima drei Einflüssen: einem Küsteneinfluss aus dem Westen, einem kontinentalen Einfluss aus dem Nordosten und einem mediterranen Einfluss aus dem Süden. Den Mönchen waren diese Einflüsse wohl bekannt, denn sie stellten die Climats grafisch dar, um einen natürlich geschmeidigen, strukturierten Wein hervorzubringen, der mit seiner natürlichen Fruchtkonzentration, seinen Tanninen und seiner Komplexität physiologische Reife erreichen kann. Wenn Klima und Boden in einem exzellenten Jahrgang zusammenfließen, produzieren die großartigen Climats Weine, die nach einem Zeitraum von bis zu einem Jahrhundert schließlich ihr volles Potenzial entfalten.&amp;nbsp; 
 Peter Finlayson ließ nicht nach, auf einen grundlegenden Unterschied zwischen dem Klima in Burgund und dem des Tals von Hemel en Aarde hinzuweisen. Der Vergleich von Jorge Tonietto funktioniere genau deshalb nicht, weil wir den Trockenheitsindex korrigiert haben. In Burgund fallen jährlich etwa 773 mm Niederschlag, etwas mehr als im Tal von Hemel en Aarde. In Burgund fallen die heftigen Regenfälle im Mai und Anfang Juni, also im Spätfrühling/Frühsommer. Der Kalkstein mit seinen hervorragenden Drainageeigenschaften verhindert in dieser Zeit die Staunässe der Reben, hält aber gleichzeitig das Wasser ausreichend lange zurück, um die Reben zu versorgen.&amp;nbsp; 
 Im Hemel en Aarde Valley hingegen beträgt der jährliche Niederschlag 722 mm. Die meisten Niederschläge fallen von Mai bis August, also vom Spätherbst bis in den Winter hinein. Der Boden muss diese Winterfeuchtigkeit über die trockenen Sommermonate hinweg für die Reben speichern. Die idealen Bodentypen sowohl für Richebourg als auch für Bouchard Finlayson korrespondieren also mit den effektiven Niederschlagsperioden in der jeweiligen Region.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Columella  
 
 Columella ging es damals in seinen Abhandlungen allgemein um die Natur oder das beste verfügbare Terroir. Angesichts der global weit verbreiteten Pflanzung hat sich die Meinung zum Terroir inzwischen etwas geändert. Heute entspricht die Idee des Terroir wirklich der, dass Weine aus einem bestimmten Terroir einzigartig sind und außerhalb dieses Gebiets nicht reproduziert werden können, selbst wenn die Rebsorte und die Weinbereitungstechniken genauestens übereinstimmen. Die Winzer im Burgund glauben beispielsweise nicht, dass sie einen Pinot Noir rein zufällig im Burgund anbauen, sondern sie sind der Ansicht, dass sie einzigartige burgundische Weine produzieren, die zufällig aus Pinot Noir hergestellt werden. Wenn es tatsächlich so ist, dass die Bodentypen zwar für jede Region ideal, aber völlig unterschiedlich sind und dass die Klimabedingungen in den verschiedenen Regionen trotz möglicherweise ähnlicher Temperaturen doch völlig unterschiedlich sein können, nämlich wenn man die Perioden der maximalen Niederschläge vergleicht, dann müssen wir daraus ableiten, dass es eine gewisse Einzigartigkeit sowohl bei den burgundischen Weinen als auch bei den Weinen aus dem Tal Hemel en Aarde gibt. Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass zwar mit Terroir über Regionen hinweg allgemein bestimmt werden kann, was Größe definiert und was nicht, dennoch sollte sich der Begriff Terroir wohl auf einen bestimmten einzigartigen Ort beziehen. In unserer nächsten Folge wird Peter Finlayson erörtern, wie das Terroir dem Pinot Noir von Bouchard Finlayson seinen einzigartigen Ausdruck verleiht.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-01-01T10:30:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 14)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-14</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-14"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Apulien: Die Entdeckung des Primitivo Der Weg nach Manduria führt durch Lecce, die Hauptstadt Apuliens. Lecce ist ein Ort mit einer schönen mittelalterlichen Innenstadt und wird wegen seines pietra leccese – ein weicher, blassgelber Kalkstein der Region – oft als Florenz des S...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 &amp;nbsp; 
 Der Weg nach Manduria führt durch Lecce. 
  HARRY STEPHAN  
  Dezember  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
   Apulien: Die Entdeckung des Primitivo (Episode 14)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Piazza del Duomo  
 
 Der Weg nach Manduria führt durch Lecce, die Hauptstadt Apuliens. Lecce ist ein Ort mit einer schönen mittelalterlichen Innenstadt und wird wegen seines pietra leccese – ein weicher, blassgelber Kalkstein der Region – oft als Florenz des Südens bezeichnet (glücklicherweise aber mit weniger Touristen). Dieser weiche und besonders formbare Stein hat dennoch die Fähigkeit, mit der Zeit auszuhärten, was ihn zu einem idealen Material für Gebäude und Skulpturen macht.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Karl V.  
 
 Architektonisch gesehen erlebte Lecce im 16. Jahrhundert, nachdem die Stadt unter spanische Herrschaft gefallen war, einen wahren historischen Aufschwung. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Karl V. baute zunächst die beeindruckende Burg und die Festungsmauern, um die Stadt vor muslimischen Angriffen zu schützen. Die auf der schönen Piazza del Duomo stehende Kathedrale von Lecce mit einem 70 Meter hohen Glockenturm wurde später von der Stadt restauriert. Die spektakuläre Kirche Santa Croce, gesäumt von einer reich verzierten Fassade, wurde schließlich Mitte des 17. Jahrhunderts fertiggestellt. Jenseits der üblichen öffentlichen Gebäude und Kirchen innerhalb der alten Stadtmauern ist die architektonische Entwicklung auch dort von Bedeutung, wo barocke Üppigkeit, verzierte Friese, florale Motive oder mythologische Tiere viele private Gebäude zieren. So liegt die einzigartige Schönheit der Altstadt vor allem darin, dass der Anblick eines originalen Türklopfers, eines Wasserspeiers oder eines exotischen Tieres als Stützpfeiler der allgegenwärtigen Balkone einfach die Sinne erfreut.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Altstadt von Lecce  
 
 In Manduria gibt es einige Weingüter: Felline, 1994 von Gregory Perrucci gegründet, ist bekannt für seine Bemühungen zur Erhaltung und Förderung des Alberello-Erziehungssystem in seinen Weinbergen. Besonders zu erwähnen ist der Jahrgang 2016 des Felline Primitivo di Manduria Zinfandel Sinfarosa Terra Nera.&amp;nbsp; 
 
  
  Gregory Perrucci  
 
 Cantine San Marzano ist eine Kooperative mit 1200 Landwirten und einer Jahresproduktion von 3 Millionen Flaschen. Sie fördert unter ihren Mitgliedern auch traditionelle Alberello-Erziehungssysteme, verfolgt im Keller aber einen durch und durch modernen Ansatz. Selbst bei einer solch enormen Produktion ist der 2015er Primitivo di Manduria Sessantanni einfach hervorragend.&amp;nbsp; 
 Tenute Eméra, im Besitz der Gruppo Magistravini von Claudio Quarta, hat einen hervorragenden 2016er Primitivo di Manduria Anima di Primitivo produziert. Giuseppe Attanasio, dessen kleine Produktion auch auf traditionellen  Alberello-Systemen  basiert, hat einen intensiven 2013er Primitivo di Manduria Riserva hergestellt. 
 Schließlich wäre da noch Vespa Vignaioli per Passione, ein Unternehmen, das von Bruno Vespa, dessen Söhnen Alessandro und Federico und dem beratenden Önologen Riccardo Cotarella gegründet wurde. Nach der Gründung der Weinkellerei im Jahr 2014 sind sie gleich mit einem herausragenden 2016er Primitivo di Manduria Raccontami gestartet.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Gianfranco Fino  
 
 Zwei weitere Weingüter aus Manduria haben bei uns ganz besonders Eindruck hinterlassen, und zwar aufgrund ihres Schwerpunkts auf terroir-orientierte Weine. Zunächst Gianfranco Fino Viticoltore, deren Inhaber Gianfranco und Simona Fino sind, und außerdem Morella, im Besitz von Lisa Gilbee und Gaetano Morella. 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Alberello-Reben  
 
 Gianfranco Fino gründete sein Weingut im Jahr 2004, nachdem er einen 1,3 Hektar großen Einzelweinberg in Manduria erworben hatte. Heute bewirtschaftet er auf 21 Hektar 50- bis 80-jährige Reben, auf Terra Rossa und Kalkstein. Als Gründungsmitglied der Alberello-Akademie hilft Gianfranco Fino auch, das traditionelle Alberello-Erziehungssystem in Manduria am Leben zu erhalten. Es passt gut zu seiner allgemeinen Philosophie über seine Weinberge, eine Philosophie mit einem starken Sinn für terroir. Wie Waterkloof in Südafrika oder Romanée-Conti und Le Montrachet im Burgund hat Gianfranco Fino die Bewirtschaftung seiner Weinberge mit Pferden eingeführt. So soll die Verdichtung des Bodens durch den Einsatz von Traktoren vermieden und außerdem die biologische Vielfalt in seiner geliebten Terra Rossa erhalten bleiben. Er hat zudem eine starke Abneigung gegen den Einsatz von Chemikalien im Weinberg. Unkraut wird durch Mähen unter Kontrolle gehalten, die Weinberge werden nicht bewässert und es werden überhaupt keine Düngemittel verwendet.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Bewirtschaftung der Weinberge mit Pferden  
 
 Die Weinberge für den Premiumwein von Gianfranco, den Primitivo di Manduria Es, sind mit einer Dichte von 12.000 Reben pro Hektar bepflanzt. Die Ernte ist auf 400 Gramm pro Rebstock begrenzt, was eine Ernte von knapp 4,80 Tonnen pro Hektar ergibt. In der Regel ist die Ernte bis Ende August abgeschlossen.&amp;nbsp; 
 Im Weinkeller wird der Wein nicht nur unter kontrollierten niedrigen Temperaturen vergoren, sondern auch zwei bis drei Wochen lang zweimal täglich mit einem Zusatz von  délestage  (ein französischer Begriff für das Besprühen oder die weitere Belüftung des Weins) behandelt. Die  Délestage  führt frühzeitig Sauerstoff zu, um Farbe und Fruchtaromen zu stabilisieren und die Bindung von harten Tanninmolekülen an weichere zu fördern. Durch das Einbringen von Sauerstoff – oder im Weinjargon: durch die Anwendung eines oxidativen Weinbereitungsstils – kann der Winzer dem Wein eine komplexere Textur verleihen und sekundäre Aromen und Geschmacksrichtungen im Wein entwickeln.&amp;nbsp; 
 Der ungewöhnliche Name „Es“ dieses Weins von Gianfranco und Simona geht auf das Konzept des Es von Freud zurück und soll, wie sie uns sagten, die Leidenschaft darstellen, die bei der Herstellung dieses Weins von den Weinbergen bis in den Keller getragen wird. Um Freud zu paraphrasieren: „Es“ ist reines Vergnügen.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  Lisa Gilbee  
 
 Morella ist eine weitere faszinierende Geschichte von Mut und Beharrlichkeit. Nachdem sich die aus Australien stammende Lisa Gilbee als junge Winzerin bis nach Italien vorgearbeitet hatte, ließ sie sich schließlich in Apulien nieder. Dort gründete sie im Jahr 2000 zusammen mit ihrem Mann Gaetano das Weingut Morella, nachdem sie 16 Hektar sehr alter Reben gekauft hatten.&amp;nbsp; 
 Im Jahr 2009 wurde Morella auf biologisch-dynamischen Anbau umgestellt. Mit Biodynamik kenne ich mich nicht wirklich aus. Ich weiß aber, dass es sich dabei um einen ganzheitlichen, ökologischen und ethisch vertretbaren Ansatz für die Landwirtschaft handelt. Sie basiert auf der Arbeit des Philosophen und Wissenschaftlers Dr. Rudolf Steiner, dessen Vorträge vor Landwirten diesen 1924 eine neue Möglichkeit eröffneten, wissenschaftliche Erkenntnis mit der Anerkennung des Geistes der Natur zu verbinden. Biologisch-dynamische Bauernhöfe sind von der Biodiversität natürlicher Ökosysteme inspiriert. Die Gesundheit der Reben wird also ohne chemische Dünger oder Spritzmittel erreicht. Im Wesentlichen argumentiert Lisa Gilbee, dass die Biodynamik ein ideales Gleichgewicht der Natur mit allem, was sie umfasst, anstrebt.&amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  „Es“ des Gianfranco Fino Viticoltore&amp;nbsp; und „Old Vines“ von Morella  
 
 Der Primitivo „Old Vines“ vom Gut Morella wird aus Reben hergestellt, die nach dem  Alberello-System  erzogen werden, gepflanzt auf der sagenumwobenen Terra Rossa über einem Kalksteinsockel. Die Erträge sind mit knapp zwei Tonnen pro Hektar sehr gering. Im Weinkeller wird der Wein in offenen Betontanks bei kontrollierten Temperaturen von 28 Grad Celsius vergoren. Der Verschluss wird von Hand aufgebracht, um die Unversehrtheit der Weinberge durch den Keller zu erhalten. Der Wein reift mindestens 18 Monate lang in französischem Kleinholz.&amp;nbsp; 
 Bevor wir Apulien verließen, verbrachten wir Zeit mit Francesco Palumbo, einem bekannten Önologen und beliebten Besitzer der Enoteca Vecchia von Otranto. Francesco gab Morellas Primitivo „Old Vines“ den Vorzug vor Gianfrancos Es. Dennoch gibt es an diesen beiden herausragenden Beispielen dafür, was Manduria zu bieten hat, nichts auszusetzen. Beide Weine werden mit einer Integrität hergestellt, die von den cognoscenti hochgelobt wird. Beide Weine haben unsere Beachtung gefunden. Möchten Sie sich Ihr eigenes Urteil bilden? 
 
 &amp;nbsp; 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2022-12-01T10:30:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 13)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-13</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-13"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Apulien: Si sta una pace Otranto, ursprünglich die antike griechische Stadt Hydrus, liegt hinter mittelalterlichen Festungsmauern versteckt, mit Blick auf den Hafen. Die Stadt diente nicht nur als wichtige Schiffsanlegestelle für römische Kaiser, die die Adria überqueren wollt...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Otranto, Italien&amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
 Otranto, ursprünglich die antike griechische Stadt Hydrus 
  HARRY STEPHAN  
  November  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
   Apulien: Si sta una pace (Episode 13)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Hafen von Otranto  
 
 Otranto, ursprünglich die antike griechische Stadt Hydrus, liegt hinter mittelalterlichen Festungsmauern versteckt, mit Blick auf den Hafen. Die Stadt diente nicht nur als wichtige Schiffsanlegestelle für römische Kaiser, die die Adria überqueren wollten, sondern erlebte im Mittelalter auch fürchterliche Gefechte der Türken. Kampfgeist allein ist es aber nicht, was Otranto ausmacht. Die Stadt wird von einer beeindruckenden katholischen Kathedrale geschmückt – mit eklektischen Mosaikböden und einer Krypta für die Märtyrer von Otranto, die so tapfer die türkischen Kampftruppen in die Knie zwangen.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Kathedrale von Otranto  
 
 Die Verbindung nach Griechenland ist auch heute noch von Bedeutung und unter den dortigen Einwohnern wird vereinzelt noch Griko gesprochen.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Mosaikboden in der Kathedrale von Otranto  
 
 &amp;nbsp;Allerdings sind Herkunft und Fortbestand dieser Sprache umstritten. Bei einem Besuch in Cutrofiano, einer kleinen Stadt im Landesinneren westlich von Otranto, die seit jeher mit exquisiter Keramik verbunden ist, wurden wir auf das Erbe aus Griko-Zeiten aufmerksam gemacht.&amp;nbsp; 
 
  
  Töpfer in Cutrofiano  
 
 In Cutrofiano befindet sich die Weinkellerei Palamà, gegründet 1936 von Arcangelo Palamà. Die Familie bekennt sich zu ihren altgriechischen Wurzeln und dem Griko-Erbe. Arcangelo übergab die Weinkellerei an seinen Sohn Nini, der nun seinerseits Michele Platz macht, einem jungen Mann von siebenundzwanzig Jahren, der gerade seine dritte Ernte keltert. Mit einer 80-jährigen Geschichte als Familienunternehmen verfügt Palamà über ein institutionelles Gedächtnis, was das Klima in der Region angeht. „Si sta una pace“ – Mir gefällt es hier – sagt Michele mit einem zufriedenen Lächeln, als er nach dem Leben im Salento gefragt wird. Und es besteht kein Zweifel, dass sich Michele Palamà in der Terra Rossa von Cutrofiano, wo er von seinen Weinbergen umgeben ist, tief verwurzelt fühlt.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Arcangelo Palamá  
 
 Zur Erinnerung: Unsere Reise in den Salento hatte ursprünglich den Zweck, eine Auffälligkeit im Klimaklassifizierungssystem von Tonietto aufzuklären. Dieses System gibt für die Nachttemperaturen im Salento im Monat vor der Ernte einen Wert von über 18 Grad Celsius an. Als wir in den Weinbergen von Michele Palamà ankamen, sahen wir zunächst flaches Land ohne wirklich ausgeprägten Charakter. Darüber hinaus sind die Weinberge auch mit Reben nach der Alberello- bzw. Vasen-Erziehungsform bepflanzt. Diese Form funktioniert im Wesentlichen so: Die Reben werden so hochgezogen, dass drei Stränge in einer spiralförmigen Struktur wachsen und innerhalb der Rebe eine Vasenform bilden. So wird das Sonnenlicht kontrolliert und die Belüftung optimiert, wobei die Rebe in unmittelbarer Nähe zum Boden bleibt. Dieses System ist zwar sehr arbeitsintensiv, aber Michele konnte uns eine Reihe von Vorteilen erklären:&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
  
  Michele Palamá  
 
 Zunächst ging er auf die zwei Winde ein, die dort vorherrschend sind: Ein Südwest- und ein Nordostwind. Der Wind aus dem Südwesten ist feucht, bringt viel Salz mit sich und lässt die nächtlichen Temperaturen in der Regel auf über 18 Grad Celsius steigen. Meist weht der Wind aber aus Nordosten. Dieser ist kühl und trocken. Bei Nordostwind sinken die Nachttemperaturen in der Regel auf 12 bis 16 Grad Celsius. 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Alberello- bzw. Vasen-Erziehungssystem  
 
 Außerdem bestehen die Böden um Cutrofiano aus einer 10 Zentimeter dicken Schicht des berühmten roten Bodens Terra Rossa über kalkhaltigem Untergrund. Die Kalkbasis hält nicht nur eine enorme Menge an Wasser, sondern sorgt auch für einen konstant sehr hohen Wasserspiegel.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Alberello-Reben  
 
 Da dieser hohe Wasserspiegel den Boden relativ feucht hält, kann der vorherrschende Nordostwind die Reben noch stärker als sonst kühlen. Und da die Reben durch die hohe Pflanzdichte des Alberello-Systems in Bodennähe gehalten werden und ausreichend Schatten haben, erzeugt der Weinberg sein eigenes Mikroklima. Dies widerspricht eigentlich dem Großteil der Forschung über den relativen Wärmeaustausch bei Vasensystemen und Drahtrahmensystemen mit Kordon. Die Forschung ist in der Regel der Ansicht, dass die näher am Boden liegenden Reben aufgrund der Lichtbrechung mehr Wärme speichern. Das antike Alberello-System entspricht also gar nicht der Intuition, sondern erreicht interessanterweise in diesem Bereich genau das Gegenteil. 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
 
  
  &amp;nbsp;  
 
 Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Kenntnis der richtigen Lichtmenge, die für eine erfolgreiche Reifung der Trauben erforderlich ist, denn zu viel Schatten beeinträchtigt die Qualität der Beeren. Die Pflege des Laubs ist also beim Schnitt nach dem Alberello-System keine automatische Angelegenheit. Der Weinbauer hat beim Beschneiden nicht nur den maximalen Vorteil für das laufende Jahr im Blick, sondern legt auch die Grundlage für das korrekte Wachstum der Triebe im folgenden Jahr. Das ist nichts für schwache Nerven.&amp;nbsp; 
 Die Herkunft des Namens Primitivo ist nicht ganz geklärt. Die Namensgebung soll auf Mönche zurückgehen, die den Wein so nannten, weil die Sorte relativ früh im Jahr reift. Bei Palamà erntet Michele den Primitivo normalerweise am 15. August mit einer Abweichung von nicht mehr als zwei Tagen. Die Trauben kommen in der Regel mit einem Mostgewicht von 25 bis 32 Grad in die Kelter.&amp;nbsp;  Bei all dem, was über die globale Erwärmung erzählt wird, wollten wir gern von Michele etwas über die Veränderungen erfahren, die sich über viele Jahre hinweg durch den Klimawandel ergeben haben. In der Vergangenheit, so Michele, gab es kaum Unterschiede bei den Ernten der einzelnen Jahre, außer der seltsamen alle sechs bis sieben Jahre auftretenden Abweichung. Aber seit 2013 war keine Ernte mehr wie die andere. Entweder gab es während der Erntezeit sintflutartige Regenfälle oder akute Trockenheit. Im Jahr 2017 hat es sogar geschneit, in einem anderen Jahr gab es während des Austriebs akute Kälte. So war es in der jüngsten Vergangenheit eine echte Herausforderung, eine Einheitlichkeit bei den Weinen der verschiedenen Jahrgänge zu erreichen. Die Erntetermine haben sich allerdings langfristig und im Durchschnitt gesehen überhaupt nicht verschoben. Gott sei Dank ist eine Einschränkung des Weingenusses kein Thema bei der Bekämpfung des Klimawandels.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2022-11-01T09:15:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 12)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-12</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-12"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Apulien: Das Leben hat sich verändert Die ersten verdorrten Olivenbäume zeigten sich 2013 in der Nähe von Gallipoli. Zuerst wurden die Blätter brüchig und braun, dann begannen ganze Haine abzusterben. Auf der dringenden Suche nach der Ursache nahmen Wissenschaftler Apuliens Pr...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Alter Olivenbaum in Italien&amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
 Die alten Olivenbäume in Apulien, Italien&amp;nbsp; 
  HARRY STEPHAN  
  Oktober  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
   Apulien: Das Leben hat sich verändert (Episode 12)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Xylella fastidiosa  
 
 Die ersten verdorrten Olivenbäume zeigten sich 2013 in der Nähe von Gallipoli. Zuerst wurden die Blätter brüchig und braun, dann begannen ganze Haine abzusterben. Auf der dringenden Suche nach der Ursache nahmen Wissenschaftler Apuliens Proben der Bäume. Nach der Rückkehr von einer Tagung in Kalifornien stellte ein Agrarwissenschaftler schließlich die Verbindung zu dem Pflanzenbakterium Xylella fastidiosa her. Und tatsächlich wurde das Bakterium bei der Untersuchung der Olivenbäume gefunden. 
 
 
 
   
  Infizierter Olivenhain  
 
 Xylella bewirkt, dass Pflanzen im Inneren verdursten. Das Bakterium wird von winzigen Schädlingen, den so genannten Schaumzikaden, von Baum zu Baum weitergetragen. Sie sitzen an den strohhalmartigen Röhren – den Xylem – ihrer Wirte, die das Wasser von den Wurzeln hoch zu den Blättern transportieren. Die Schaumzikaden saugen Flüssigkeit aus einem infizierten Baum und tragen die Bakterien anschließend zum nächsten Baum, von dem sie sich ernähren. Sie sind in der Region heimisch und galten vor Xylella eigentlich nicht als Problem. Gelangen die Bakterien einmal in den Baum, breiten sie sich langsam aus, besiedeln die Xylem-Röhren und verdicken sich zu einer Art Biofilm. Die Bäume sterben ab oder vegetieren weiter vor sich in, zu schwach, um Früchte zu tragen. Eine Heilmethode ist nicht bekannt. Sobald die Bakterien in einen Olivenbaum eingedrungen sind, bleibt dieser infiziert, bis er abstirbt.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Infizierter Olivenbaum  
 
 Es ist wichtig, die zentrale Bedeutung des Olivenöls für die Identität Apuliens seit seiner Einführung im 8. Jahrhundert v. Chr. zu verstehen. Hier ein paar Fakten, um die Ausdehnung der Olivenhaine Apuliens im Kontext sehen: Bis vor kurzem war Apulien mit etwas mehr als 370 000 Hektar Anbaufläche die größte Olivenölproduktionsregion in Italien. Pro Jahr wurden mit etwa 60 Millionen Bäumen 250 000 bis 300 000 Tonnen Olivenöl produziert. Das sind 40 Prozent der gesamten italienischen Olivenölproduktion. Auch die fast 500 000 geliebten ulivi secolari – jahrhundertealte Bäume, deren knorrige Stämme als Wahrzeichen der Landschaft Apuliens erhalten geblieben sind – sollten dazugerechnet werden.&amp;nbsp; 
 
  
  Nahaufnahme eines infizierten Olivenbaums  
 
 Nachdem das Bakterium entdeckt war, stürzten sich die Biologen des italienischen Nationalen Forschungsrats (CNR) auf das Problem: Sie kartographierten das betroffene Gebiet, sie erfuhren, wie sich die Krankheit ausbreitet und welche anderen Pflanzen als Wirt dienen könnten, und sie entwickelten Möglichkeiten, die Bäume auf das Bakterium zu testen. So konnten die Bauern herausfinden, ob ihre Bäume infiziert sind oder nicht.&amp;nbsp; 
 Im Jahr 2014 forderte eine Kommission der Europäischen Union Italien auf, mit geeigneten Maßnahmen in abgegrenzten Gebieten alle infizierten oder mutmaßlich infizierten Pflanzen zu vernichten. Diese abgegrenzten Gebiete sollten laut Kommission nicht nur die infizierte Zone, sondern auch eine Pufferzone einschließen.&amp;nbsp; 
 In der Praxis bedeutete dies, dass die Bauern ihre wertvollen Olivenbäume roden und verbrennen mussten, einschließlich aller nahe gelegenen Bäume, bei denen der Befall noch nicht erkennbar war. Die Bauern rebellierten. Sie zweifelten an den Bakterien als tatsächliche Ursache für das Absterben ihrer Bäume oder behaupteten, das Problem mit traditionellen Bewirtschaftungspraktiken beheben zu können. Die Debatte setzte sich fort, als italienische Beamte die Bauern anwiesen, die Schaumzikaden mithilfe von Pestiziden zu bekämpfen. Das verärgerte diejenigen Bauern, die stolz darauf waren, ihre Oliven biologisch anzubauen.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Strand von Torre San Giovanni Ugento  
 
  Während die Debatte zwischen Bauern, Wissenschaftlern und Beamten tobte, verbreitete sich das Bakterium weiter. Im Jahr 2013 waren knapp 80 Quadratkilometer innerhalb der Region infiziert. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung hat nun ergeben, dass sich das Bakterium auf fast 800 Quadratkilometer bzw. fast 40 Prozent der bepflanzten Fläche ausgebreitet hat. Von den 60 Millionen Olivenbäumen in Apulien sind heute etwa 11 Millionen infiziert. Im Salento ist Xylella fastidiosa inzwischen so stark verbreitet, dass eine Ausrottung dort unwahrscheinlich ist. Die Bemühungen zur Eindämmung folgen nun endlich den EU-Richtlinien und konzentrieren sich auf eine Pufferzone am Nordrand von Lecce – ein etwa 30 Kilometer breiter Landstrich, der sich von Küste zu Küste erstreckt. Hunderte von Bauern überwachen nun die Olivenhaine in dieser Zone und kontrollieren hunderttausende von Bäumen auf Anzeichen einer Infektion. Südlich der Pufferzone werden die Bäume einfach dem Absterben überlassen.&amp;nbsp;  
 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Untergrund in Racale  
 
 Ugento, südlich von Gallipoli, liegt am Golf von Tarent. Eine Welt mit weißen Stränden, azurblauem Meer und strahlendem Sonnenschein. Wie in jedem Dorf in Süditalien ist im Sommer die Hitze allgegenwärtig. Bevor es Klimaanlagen gab, schützten sich die Bewohner vor der Hitze, indem sie sich unter der Erde aufhielten. Sie bauten unterirdische Olivenpressen (frantoi ipogei) unter Häusern, Geschäften und sogar unter Plätzen. Die Vorteile waren beträchtlich. Für die Bewohner war es die perfekte Lösung, unter dem eigenen Haus einen kühlen Ort zur Herstellung und Lagerung von Olivenöl zu haben. Ausnahmen von dieser Regel waren hauptsächlich die wohlhabenden Landbesitzer, die zum besseren Schutz ihrer landwirtschaftlichen Arbeit befestigte masserie bauten.&amp;nbsp; 
 Viele der masserie im Salento wurden inzwischen zu Hotels umgebaut und sind heute bedeutende Touristenattraktionen. Die kleineren unterirdischen Versionen, die aus goldfarbenem Kalkstein gebaut wurden, sind immer noch im Überfluss vorhanden. Im nahegelegenen Racale gibt es ein wunderbares Exemplar, das gleichzeitig ein Restaurant ist – das L&#039;Acchiatura. Beim Betreten der unterirdischen Gewölberäume erinnert man sich sogleich an die Sassi in Matera.&amp;nbsp; 
 
 
  
  &amp;nbsp;  
 
 Zu den Antipasti wurde im L&#039;Acchiatura ein bewundernswerter Rosé namens „Five Roses“ serviert. Der Wein ist deshalb interessant, weil er von der Weinkellerei Leone de Castris, der ältesten Weinkellerei Apuliens, hergestellt wird. Uns wurde die besondere Jubiläumsausgabe&amp;nbsp; anlässlich von 75 Jahren der Produktion dieses Weins angeboten. 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Piazza  
 
 Das Weingut in Salice Salentino wurde 1965 vom spanischen Herzog Oronzo, Graf von Lemos, gegründet. Die Produktion von Five Roses begann während des Zweiten Weltkriegs, nachdem Piero de Castris seinen Wein bei US-Oberstleutnant Charles Poletti beworben hatte. Poletti war den Italienern bereits bekannt. Er war nicht nur Sohn italienischer Einwanderer, sondern war in den letzten Wochen des Jahres 1942 auch Gouverneur von New York. Nach der Invasion der Alliierten betreute Poletti die Wiederherstellung von Wasserversorgung, Transport und Stromversorgung in Süditalien und bemühte sich angesichts der weit verbreiteten Schwarzmarktgeschäfte auch um eine gerechte Versorgung der alliierten Streitkräfte mit Nahrungsmitteln. Five Roses war ein sofortiger Erfolg und ist immer noch der international bekannteste Wein dieses Weinguts. Der Name „Five Roses“ geht auf eine schöne Legende der Familie de Castris zurück: Offenbar hatte über mehrere Generationen hinweg jeder de Castris fünf Kinder.&amp;nbsp; 
 Five Roses wird aus 35 Jahre alten Negroamaro-Reben zusammen mit einem kleinen bisschen Malvasia Nera de Lecce hergestellt. Man lässt den Saft 10 bis 12 Stunden bei 10 Grad Celsius auf der Schale mazerieren, um die Farbe zu extrahieren. Anschließend wird der Wein unter kontrollierten Temperaturen in Stahltanks trocken vergoren.&amp;nbsp; 
 Five Roses ist gut gemacht. In der Nase verleiht er einen Hauch von Sommerfrüchten, insbesondere von roten Johannisbeeren und Preiselbeeren. Er ist ein frischer, körniger Wein mit einem ausgezeichneten Säuregleichgewicht. 
 Beim Verlassen des L&#039;Acchiatura trafen wir auf drei Anwohner von Racale, die auf einer Bank auf der Piazza die Kühle des Abends genossen. La Signora Filomena, die seit mehr als 80 Jahren in Racale lebt, erzählte eindringlich vom berauschenden Duft des Olivenöls, der früher im Herbst aus der frantoi drang und das Dorf durchdrang. Das war einmal.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2022-10-01T09:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 11)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-11</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-11"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Apulien: Erste Eindrücke Wir verlassen Neapel an einem heißen Julimorgen auf einer Straße, die sich steil in den südlichen Apennin windet. Die Hänge sind überraschend grün und die steilen Schluchten von dichten Wäldern in unzähligen Grüntönen bedeckt. 
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Markt in Salento-Gallipolli&amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
 Erste Eindrücke aus Apulien in Italien&amp;nbsp; 
  HARRY STEPHAN  
  September  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
     Apulien: Erste Eindrücke&amp;nbsp;(Episode 11)&amp;nbsp;  
 
 
   
  Neapel  
 
 Wir verlassen Neapel an einem heißen Julimorgen auf einer Straße, die sich steil in den südlichen Apennin windet. Die Hänge sind überraschend grün und die steilen Schluchten von dichten Wäldern in unzähligen Grüntönen bedeckt. Auf der östlichen Seite führt die Straße in üppiges Ackerland hinab, bevor wir die Küstenebenen um Bari erreichen.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Alte Olivenbäume  
 
 Dieser Garten Eden ist reich an gut gepflegten Olivenbäumen, durchsetzt mit Weinreben und den weichen braunen Stoppeln der geernteten Weizenfelder. Auf unserem Weg in den Süden auf den Salento, den Absatz des italienischen Stiefels, deutete sich an keiner Stelle der Fahrt auch nur ansatzweise an, dass sich das dort erwartete Paradies in den Olivenhainen in Verwüstung und Tod verwandeln würde. Die Freude über unsere Ankunft in Süditalien wich schnell einer tiefen Traurigkeit.&amp;nbsp; 
 
 
 
   
  Salento  
 
 &amp;nbsp;Der Salento lässt sich am besten als eine niedrig gelegene Halbinsel beschreiben, die nach Süden ragt und die Adria im Osten vom Ionischen Meer im Westen trennt. Man kann sich die Halbinsel des Salento leicht als eine lange flache Landzunge vorstellen, im Norden begrenzt durch die Hügel des Valle d&#039;Itria.&amp;nbsp; 
 In Apulien gibt es drei unterschiedliche, interessante Terroirs von Interesse. Eines – die Region Gioia del Colle – bringt wunderbare Weine von ganz besonderer Klasse hervor. Das Klima dort hebt sich jedoch von den anderen beiden Terroirs ab, da es nördlich des Valle d&#039;Itria, 40 Kilometer landeinwärts von Bari und 360 Meter über dem Meeresspiegel auf der Hochebene Murge liegt. Unser Interesse war auf die Halbinsel des Salento selbst gerichtet, wo es zwei unterschiedliche Terroirs gibt: eines rings um das Dorf Manduria und das andere weiter südlich, in einem Gebiet, das als Salice Salintino bekannt ist.&amp;nbsp; 
 
  
  La Terra Rossa  
 
 Diese beiden Regionen sind mit einem unverwechselbaren roten Boden gesegnet – La Terra Rossa. Dieser Boden ist typischerweise in einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern auf einer Kalksteinbasis abgelagert und besitzt selbst in besonders trockenen Sommern eine unglaubliche Wasserspeicherfähigkeit. In diesen Regionen wird eine ganze Reihe von Sorten angebaut, von besonderem Interesse sind dabei zwei rote Sorten: Primitivo, identisch mit der kalifornischen Zinfandel, und Negroamaro, seit Generationen für die Herstellung eines unverwechselbaren Rosé verwendet.&amp;nbsp; 
 Die große Frage – und mein besonderes Interesse an der Reise auf den Salento – war die offensichtliche Anomalie, die sich aus dem Klima-Klassifizierungsschema von Tonietto ergibt. Die von Tonietto verwendete Wetterstation in Lecce liefert folgende Daten:&amp;nbsp; 
 Heliothermischer Index: HI+2 
 Nacht-Kälte-Index: CI-2 
 Trockenheitsindex: DI+2 
 Zur Wiederholung: Ein heliothermischer Index von HI+2 bedeutet, dass die Tagestemperaturen in den Sommermonaten als warm gelten. Erwartungsgemäß liegen also die Tagestemperaturen an den meisten sonnigen Tagen bei über 30 Grad Celsius. Daher würden wir davon ausgehen, dass die Weine phänologisch mit reichlich Zucker reifen. Die daraus hervorgehenden Weine sollten einen Alkoholgehalt zwischen 15 und 17 Prozent haben.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Weinberg in Apulien  
 
 Das eigentliche Rätsel warfen die Zahlen des Nacht-Kälte-Index auf. Mit einem Index von CI-2 laut der Wetterstation liegen die nächtlichen Temperaturen im Monat vor der Ernte über 18 Grad Celsius. Angesichts dieser Daten können wir festhalten, dass der Unterschied zwischen den Tages- und Nachttemperaturen in den Weinbergen zu gering ist. Das lässt vermuten, dass es den Weinen an Komplexität fehlt und keinen erkennbaren Charakter zeigt. Um Tonietto zu zitieren: „Die Traubenreifeperiode in dem Weinanbaugebiet weist für alle Sorten hohen Nachttemperaturen auf, die sich beispielsweise auf die Farbe der Beeren und das Aromapotenzial auswirken können.“&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
  
  Alter Olivenbaum in Italien  
 
 Das Die dritte Säule, der Trockenheitsindex, ist mit DI+2 ein Hinweis darauf, dass die Reben unter einem hohen Mangel an Bodenwasser und – bei fehlender Bewässerung – unter den damit verbundenen Stresseffekten leiden. Alles in allem ist das Klima in beiden Regionen, wie die Wetterstation von Lecce zeigt, nicht gerade förderlich für eine exzellente Weinproduktion. Dennoch bringen die Regionen und Terroirs von Interesse unvergessliche Weine von großer Klasse hervor. Wie kann das sein? Auf dieses Rätsel kommen wir später zurück. Zunächst möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf eine Katastrophe von unglaublich verheerendem Ausmaß lenken. 
 Nachdem wir am Hafen von Brindisi scharf rechts abgebogen waren, durchquerten wir die Halbinsel des Salento von Osten nach Westen, eine Reise von nur 76 Kilometern. Die Straße führte uns in den Norden von Lecce, der Hauptstadt des Salento. Bei der Durchquerung der Halbinsel bemerkten wir zuerst kahle Flecken in den Olivenhainen, wo die Bäume ihre Blätter verloren zu haben schienen – fast Ausdruck einer schweren Dürre, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte.&amp;nbsp; 
 
 
  
  Hafen von Brindisi in Apulien  
 
 In Richtung Südwesten machten sich diese scheinbar trockenen, blattlosen Gebiete immer stärker bemerkbar. Als wir Gallipoli am Ionischen Meer erreichten, waren die Dürre und das offensichtliche Sterben der Olivenhaine nicht mehr zu übersehen. Was in aller Welt hatte solche Verwüstungen verursacht? Wie konnte eine solche Katastrophe geschehen? Wie groß war das Ausmaß des Problems tatsächlich? Inwieweit war die Halbinsel betroffen? 
 &amp;nbsp; 
 
 
  
  Gallipoli und der Golf von Tarent  
 
 Wir werden uns bemühen, das Sterben der Olivenbäume in Apulien zu erklären und die Versuche von Gegenmaßnahmen zu beschreiben. Gewiss ist das keine einfache Aufgabe, und die Diagnose wird sich auf eine Reihe unterschiedlicher Annahmen stützen. In der nächsten Folge wollen wir auch möglichst tief in einige der kulturellen Gewohnheiten und Lebensbedingungen des Salento der Vergangenheit eintauchen, mit einem kurzen Abstecher zu den Köstlichkeiten, die es dort im Überfluss gibt. 
 &amp;nbsp; 
 
 &amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2022-09-01T09:30:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 10)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-10</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-10"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Wein: Eine Fortsetzungsgeschichte Ein Klimaklassifikationssystem mit mehreren Kriterien In dieser Folge vergleichen wir vier Regionen in Südafrika und Frankreich miteinander und wenden auch hier wieder das Klassifikationssystem mit mehreren Kriterien von Jorge Tonietto an. 
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Rhône-Tal in Frankreich&amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
 Ein Klimaklassifikationssystem mit  mehreren Kriterien (Folge zwei)&amp;nbsp; 
  HARRY STEPHAN  
  Mai  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
  Wein: Eine Fortsetzungsgeschichte&amp;nbsp;   Ein Klimaklassifikationssystem mit mehreren Kriterien&amp;nbsp; (Episode 10)&amp;nbsp;   
 
 
   
  Jorge Tonietto  
 
 In dieser Folge vergleichen wir vier Regionen in Südafrika und Frankreich miteinander und wenden auch hier wieder das Klassifikationssystem mit mehreren Kriterien von Jorge Tonietto an. 
 
 
 
   
  ABBILDUNG 2: Tabelle der Tonietto-Indexwerte  
 
 Die Indizes aus der letzten Folge möchten wir in einem Balkendiagramm darstellen. Dazu haben wir unten eine Umrechnungstabelle  (Abbildung 2)  mit numerischen Werten für jeden Index erstellt. Betrachtet man nun das Balkendiagramm  (Abbildung 3) , werden bei den Vergleichen die Abweichungen in den einzelnen Kategorien deutlich. 
 
 
 
   
  ABBILDUNG 3: Tabelle mit umgerechneten Indexwerten&amp;nbsp;  
 
 
 
   
 
 
 
 Wir bleiben bei unserer Behauptung: Der Vergleich zwischen den verschiedenen Regionen würde genauer ausfallen, wenn wir den Trockenheitsindex ändern und in den trockenen Sommermonaten die richtige Menge an Feuchtigkeit hinzugeben könnten. Da werden die Franzosen gleich anbringen, dass eine Veränderung beim Terroir der Auffassung widerspreche, dass Weine vom Terroir abhängig sind, und um dies zu unterstreichen, würden sie die Bewässerung in bestimmten Gebieten untersagen. Wir sind hingegen der Ansicht, dass die Zugabe einer vernünftigen Menge Wasser in trockenen Gebieten die Qualität eines Weins nicht beeinträchtigt und sogar die Eigenschaften des Bodens verbessert und damit die Typizität erhöht. Unsere letzte Grafik  (Abbildung 4)  liefert den Vergleich. 
 
 
 
 
   
  ABBILDUNG 4: Tabelle, nach Feuchtigkeit angepasst (z. B. Bewässerung und Bodenmanagement)  &amp;nbsp;  
 
 
 
  
 &amp;nbsp; 
 
 
 
 
   
  Somerset West, Südafrika  
 
  Die Vergleiche sehen nun viel kongruenter aus. Dabei fällt die enge Korrelation der Tagestemperaturen in den Regionen Overberg und Burgund ins Auge. Bei den Nachttemperaturen gibt es geringfügige Abweichungen, und – wie man sieht – haben wir den Trockenheitsindex korrigiert. Es wird weiterhin das Mesoklima in verschiedenen Weinbergen eine Rolle spielen, und der Boden wird entscheidend für die Typizität des Weins sein. Angesichts des ähnlichen Klimas nehmen wir für die Region Overberg an, dass sie ähnliche Weine wie Burgund hervorbringt und dass dort Pinot Noir und Chardonnay gedeihen.&amp;nbsp; 
 
  
  Stellenbosch, Südafrika  
 
  Schauen wir uns Somerset West an. Hier ist die Kongruenz zwischen dieser Region und Bordeaux recht erstaunlich. Die hier gezeigten Daten brechen unserer Ansicht nach mit dem Mythos, dass das südafrikanische Terroir deutlich heißer sei. Wenn wir Bordeaux genauer untersuchen, ergibt sich, dass Somerset eher dem Médoc entspricht, da dieses Gebiet in Bordeaux etwas kühler ist als St. Emilion, zu dem auch der Pomerol gehört. Wenn wir nach Somerset West reisen, erwarten wir dort eine einzigartige Eleganz bei den Weinen, besonders wenn wir den Geschmack und die Typizität des Cabernet Sauvignon untersuchen.  
 
 
  
  Swartland, Südafrika  
 
 Stellenbosch verbinden wir eher mit St. Emilion, wo die durchschnittlichen Tagestemperaturen etwas höher sind als in Bordeaux. Bei der Verkostung dort erwarten wir körperreichere Weine mit etwas höheren Alkoholen. Da es jedoch beim Nachtindex eine ähnliche Abweichung gibt, sollten wir dennoch eine gute Komplexität und Tiefe finden.&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
 
 Unser letzter Vergleich betrifft Swartland. Hier gibt es einen deutlichen Unterschied bei den Tagestemperaturen der Wetterstation in Montilemar und der Region Swartland. Wir hoffen, dass Eben Sadie uns Daten zur Verfügung stellen kann, anhand derer wir die Unterschiede nicht nur gegenüber dem Rhône-Tal, sondern auch innerhalb von Swartland selbst besser verstehen können. Wir wissen, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen den Weinen von Gigondas und Côte Rôtie gibt, die auf Unterschiede zwischen den beiden Regionen zurückgehen. Eines der charakteristischen Merkmale von Swartland ist die Variabilität der Bodenarten. Weine auf Schiefer zeigen beispielsweise einen deutlichen Geschmacksunterschied zu Weinen, die auf zersetztem Granit angebaut werden. Swartland erweist sich deshalb möglicherweise als die Region, in der der Boden eine größere Rolle bei der Definition der Typizität der Weine spielt.&amp;nbsp; 
 Vergessen wir aber nicht, dass es uns bisher im Zusammenhang mit Terroir vor allem darum ging, ein allgemeines Verständnis der Wortbedeutung zu finden. Nach der Zeit, die wir mit Weinbauern und Winzern im Weinland des Kaps der Guten Hoffnung verbracht haben, sollten wir einen nuancierteren Ansatz haben.&amp;nbsp; 
 Bevor wir unsere Reise durch das Weinland des Kaps der Guten Hoffnung beginnen, machen wir zunächst Halt in Italien, und zwar in Apulien und dann in Sizilien. Einfach nur, um verschiedene italienische Sorten wie Primitivo und Negroamaro im Süden zu probieren, italienische Gerichte zu genießen und uns an der Gastfreundschaft der Italiener zu erfreuen. Wir hoffen, dass Sie uns gern bei dieser ausgiebigen epikureischen Entdeckung begleiten. Da wir den ganzen Sommer über auf Reisen sein werden, wird der Autor bis zu seiner Rückkehr im Herbst eine Pause bei der Veröffentlichung dieses Blogs einlegen.&amp;nbsp; 
 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2022-08-01T11:45:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Die Welt des Weins (Episode 9)</title>
            <id>https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-9</id>
            <link href="https://e-weinshop.com/service/news/die-welt-des-weins-episode-9"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Ein Klimaklassifikationssystem mit mehreren Kriterien (Teil eins) In diesem ersten von zwei Teilen machen wir uns zunächst die Arbeit von Jorge Tonietto zunutze, um die entsprechenden Klimata von vier verschiedenen Regionen in Südafrika und Frankreich zu vergleichen.
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  
  Jorge Tonietto&amp;nbsp;  
 
  &amp;nbsp;  
 Ein Klimaklassifikationssystem mit mehreren Kriterien&amp;nbsp; (Folge eins)&amp;nbsp; 
  HARRY STEPHAN  
  Mai  
  Die Welt des Weins: Eine Fortsetzungsgeschichte.  
  Ein Klimaklassifikationssystem mit mehreren Kriterien&amp;nbsp;    (Teil eins)&amp;nbsp;    (Episode 9)   
 
 
   
  Grafiktext: Berechnung des Wärmeindex nach Huglin  
  Tm: mittlere Tagestemperatur   
  Tmaxd: Tageshöchsttemperatur   
  k: Tageslängekoeffizient   
 
 In diesem ersten von zwei Teilen machen wir uns zunächst die Arbeit von Jorge Tonietto zunutze, um die entsprechenden Klimata von vier verschiedenen Regionen in Südafrika und Frankreich zu vergleichen. 
 
 
 
   
  Frankreich  
 
 Grundlage der Arbeit von Tonietto bildeten im Wesentlichen frühere Arbeiten von Amerine, Winkler und Huglin über den Einfluss der Tagestemperaturen auf die Zusammensetzung und die Qualität der Trauben sowie von Singleton, Esau, Kliewer, Torres, Tomana, Fregoni und Pezzutto über die Auswirkungen der Nachttemperaturen auf Aroma, Färbung und die Typizität des Weins. Außerdem zog Tonietto die Erkenntnisse von Conradie, Jackson, Cherry, Galet, Riou, Seguin, Mérouge, Bravo und Hepner hinzu, um herauszufinden, wie sich Wasser während der Reifezeit auf die Trauben auswirkt. Berücksichtigt wird dabei die potenzielle Wasserverfügbarkeit im Boden bezogen auf den Trockenheitsgrad in einer Region. Mit der stupiden Mathematik eines wahren Gelehrten werden schließlich die unzähligen Variablen zu einem einfachen System zusammengefügt, das die einzelnen Anbaugebiete nach drei grundlegenden Säulen klassifiziert. Und letztlich können wir Giovanni Sartori verblüffen und mit dem Vergleich beginnen.&amp;nbsp; 
 
 
 
 &amp;nbsp; 
 
 
 Die erste Säule ist ein Trockenheitindex. Er entspricht dem Index nach Riou, der Aussagen zum potenziellen Wasserhaushalt des Bodens trifft.&amp;nbsp; 
 Die zweite Säule bildet der Wärmeindex, der dem Wärmesummen-Index nach Huglin entspricht.&amp;nbsp; 
 Die dritte Säule ist der Nachtkühleindex – Indikator für die nächtlichen Temperaturbedingungen während der Reifung.&amp;nbsp;   
 
 
 
 
   
  Südafrika  
  &amp;nbsp;  
 
 Eine Mischung aus allem ergibt dann das Géoviticulture-MCC-System. Die folgenden Tabellen zeigen die verschiedenen Klassen von Weinbauklimata für die drei Indizes und helfen beim Verständnis des Systems.&amp;nbsp; 
 Der Wärmeindex bestimmt im Wesentlichen die Parameter des Klimas. Nach Columella können die Reben bei sehr hohen und sehr niedrigen Temperaturen einfach nicht ihr volles Potenzial entfalten. Wir müssen also etwas dazwischen finden. Hier bietet der Wärmeindex eine Orientierung für Sorten und deren Eignung für die jeweiligen Temperaturen. Die Tagestemperaturen werden von kühl bis warm eingeteilt. Der Nachtkühleindex fügt sich nahtlos ein. Bei hohen Tagestemperaturen ist ein größerer Unterschied zu den Nachttemperaturen erforderlich, um Komplexität der Weine hervorzubringen, während bei kühleren Tagestemperaturen geringe Varianzen von Vorteil sind. Deshalb eignen sich besser solche Böden, die reich an Gestein sind, das nachts warme Strahlung abgibt. Der Zusammenhang zwischen Klima und Boden wird durch den Trockenheitsindex abgebildet. Wichtig ist hier die Aufnahmekapazität des Bodens im Verhältnis zu den Niederschlägen. Regionen, in denen es in den Sommermonaten reichlich regnet, können gut entwässert werden. Wenn die Niederschläge jedoch nur sporadisch auftreten oder wenn bestimmte Sorten mehr Feuchtigkeit benötigen, muss der Boden mehr Feuchtigkeit speichern können und somit einen höheren Tonanteil aufweisen.&amp;nbsp; 
 Während unserer Zeit in den Weinbergen des Kaps der Guten Hoffnung reisen wir durch vier verschiedene Regionen, um sie anschließend den jeweiligen Regionen in Frankreich gegenüberzustellen. Auf diese Weise möchten wir herausfinden, ob sich die Terroirs von Frankreich und Südafrika vergleichen lassen oder es gar Entsprechungen gibt.&amp;nbsp; 
 
  
 &amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
  
  Oben: Overberg, unten: Dijon  
 
 Beim südafrikanischen Terroir gehen wir generell von einem Wärmeüberschuss aus. Daraus könnten wir schließen, dass es den südafrikanischen Weinen wohl an Eleganz, Raffinesse und komplexer Typizität mangelt. Dieser Mythos hat sich unserer Meinung nach deshalb verbreitet, weil der Vergleich weitgehend auf den Wärmeindex nach Huglin beschränkt war, ohne Berücksichtigung des Trockenheitsindex nach Riou. Wird der Trockenheitsindex hinzugezogen, werden die Klimavergleiche kongruenter. Somit spielen die Bodenarten eine stärkere Rolle. Die erste Übersicht (Abbildung 1) zeigt eine Gegenüberstellung unserer vier südafrikanischen Regionen mit den entsprechenden Regionen in Frankreich.&amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
  
  O  ben: Summerset West, unten: Bordeau  x  
 
  
  Oben: Stellenbosch, unten: Montelimar  
 &amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
  
  Oben: Swartland, unten: Rhônetal  
 
 Unsere erste Region – der Overberg – wird mit den Statistiken von Jorge Tonietto für die Wetterstation Dijon in Burgund in Beziehung gesetzt. Wir stellen sogleich fest, dass die Tagestemperaturindizes gleich sind, wobei der Overberg mit wärmeren Temperaturen in der Nacht etwas trockener ist. Wenn wir unsere zweite Region – Somerset West – mit Bordeaux vergleichen, stellen wir gleiche Tages- und Nachttemperaturen, jedoch mit einem deutlichen Unterschied beim Trockenheitsindex fest. Ein Vergleich unserer dritten Region – Stellenbosch – ebenfalls mit Bordeaux zeigt uns, dass Stellenbosch wärmere Tagestemperaturen hat, die jedoch durch kühlere Nachttemperaturen ausgeglichen werden. Auch hier gibt es eine große Varianz beim Trockenheitsindex mit deutlich weniger Niederschlägen in Stellenbosch. Unsere letzte Region ist das Swartland. Hier stellen wir einen Vergleich mit Montilemar im Rhônetal an. Auch hier gibt es eine Abweichung zwischen den Tagestemperaturen, wobei das Swartland deutlich wärmer ist. Dies wird durch kühlere Nachttemperaturen ausgeglichen. Ein auffälliger Unterschied liegt beim Trockenheitsindex, wobei das Swartland viel trockener ist. In unserer nächsten Folge stellen wir die Ergebnisse aus Abbildung 1 in einem Balkendiagramm dar, um die Tonietto-Indizes für die Regionen in Südafrika und Frankreich besser vergleichbar zu machen. 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2022-07-01T13:30:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
</feed>
